Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Dialogtreffen: WüGIDA folgt Gesprächsangebot

WüGIDA stimmt Dialog mit Bündnis zu

WÜRZBURG. Nachdem das Bündnis für Zivilcourage in ihrer Pressemitteilung die Teilnehmer der Pegida-Demonstrationen zu einem Gespräch eingeladen hatten, folgt deren Antwort prompt.

Auf ihrer Facebook Seite stimmen die Organisatoren der Einladung des Bündnisse zu und erläutern ihren Standpunkt in einem ausführlichen Antwortschreiben.

Ob das Gespräch stattfindet, ist aber noch nicht klar. Eine Distanzierung von NPD-Angehörigen und Personen mit „rechtsradikalem Gedankengut“, was das Bündnis für Zivilcourage zur Gesprächsbedingung macht, wird abgelehnt. Im Schreiben heißt es hierzu:

„PEGIDA ist ein überparteilicher Zusammenschluss von Bürgern. Jeder, der friedlich und gewaltfrei demonstriert und die Ziele der PEGIDA unterstützt, ist willkommen. Eine Distanzierung von einzelnen Teilnehmer ist daher nicht notwendig.“

Es bleibt also abzuwarten, ob das Bündnis für Zivilcourage dies akzeptieren kann.

Hier das ungekürzte Antwortschreiben:

Sehr geehrte Damen und Herren, 

nachdem wir bereits auf unserer letzten Montagsveranstaltung zahlreiche Gesprächseinladungen an OB Schuchardt, Antifa-Randalierer und Medienvertreter aussprachen, freuen wir uns heute darüber, dass Sie von der Option geplanter Straftaten (z.B. Sitzblockaden und andere Verhinderungen eines genehmigten Aufzuges im Sinne des §21 Versammlungsgesetzes) endlich abweichen und nun das Gespräch suchen.

Die Bürger Würzburgs haben Angst, denn jeden Montag müssen hunderte Polizisten im Schutzanzug die PEGIDA-Demonstranten mit Gittern und Pfefferspray vor Teilnehmern der Gegendemo schützen. Das baut eine Drohkulisse auf und kann in einer verständigen Demokratie kein Dauerzustand sein. Auch die Polizisten, die allesamt in Richtung der Gegendemonstranten positioniert sind, um die PEGIDA-Besucher vor eventuellen Gewalteinwirkungen seitens eines breiten bürgerlichen Bündnisses zu bewahren, fragen sich, warum ein derart massives Aufgebot von Menschen und Material nötig ist, wenn nur circa dreihundert Bürger friedlich und gewaltfrei von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch machen. Die Bürger Würzburgs fragen sich: „Muss das sein?“ Obwohl die Ziele und Inhalte der PEGIDA in einem Positionspapier jedem frei zugänglich und erfahrbar sind, wurde Ihrerseits bisher nicht über Inhalte debattiert, sondern eine völlig überzogene Massenmobilisierung von zuletzt mehr als eintausend Bürgern heraufbeschworen, Würzburg kann diesen „Dauerausnahmezustand“ nicht länger ertragen und braucht daher eine demokratische Verständigung beider Seiten. Es ist „Wendezeit“ und wir freuen uns, dass Sie nun endlich auch über die Inhalte und Sachthemen sprechen wollen. Es muss ein Ende haben, dass hunderte Bürger wie im Affenkäfig an der Polizeiabsperrung drapiert werden, um lautstark die Versammlung der PEGIDA zu stören, da sind wir ganz einer Meinung!

Wir nehmen die Einladung, die wir bereits am Montag an Sie aussprachen und die nun heute von Ihnen zurückkommt, gerne an.

PEGIDA ist ein überparteilicher Zusammenschluss von Bürgern. Jeder, der friedlich und gewaltfrei demonstriert und die Ziele der PEGIDA unterstützt, ist willkommen.
Eine Distanzierung von einzelnen Teilnehmer ist daher nicht notwendig. Sie fordern allerdings eine solche Distanzierung von einzelnen Bürgern, wie Sie es von volksverräterischen Politikern nur allzu gerne immer wieder fordern: Ist die Distanzierungsspirale einmal angelaufen, müssten wir uns in vorauseilendem Gehorsam am Ende vielleicht noch vom blauen Himmel distanzieren, darauf können Sie aber noch lange warten. Gerne könnten Sie mit gutem Beispiel voran gehen und sich möglicherweise von folgenden Vereinigungen distanzieren, welche das hohe Gut der Meinungsfreiheit mit Füßen traten und zu einer Kundgebung gegen das eigene Volk aufriefen: Blockpartei „SED-CDU-SPD-Linke-Grüne“, Deutscher Gewerkschaftsbund, „Autonome Faschistische Antifa-Gruppierungen“ in Würzburg, Evangelische Kirche Deutschland, Katholische Kirche Deutschland. Wir würden derlei Unfug zwar nie von Ihnen fordern, doch wenn Sie Distanzierungen so ungemein hilfreich finden, steht Ihnen das natürlich frei.

Lassen Sie uns im Sinne eines friedlichen Miteinanders den gedanklichen Austausch suchen. Wir bitten Sie: Lassen Sie nicht zu, dass Hass und Verachtung zu linksextremistischer Gewalt wie in Dresden oder Leipzig, München oder Hannover, Bonn oder Berlin, führt.

Wir freuen uns nachdrücklich, dass PEGIDA endlich wirkt und nun das greifbar scheint, was vorher noch weit entfernt lag: Ein Dialog der verschiedenen Meinungen sowie ein echter gelebter Meinungspluralismus.

Mit freundlichen Grüßen,

die WüGIDA – Organisationsgruppe

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