Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Rückblick und Vorschau des IHK-Hauptgeschäftsführers

Das Jahr 2014 in Mainfranken

Die mainfränkische Wirtschaft könnte vor einer Trendwende stehen. Nach den Nachkrisenjahren, die eine Konsolidierung auf einem hohen Niveau brachten, kam 2013 der Optimismus der Unternehmen auch in der Realwirtschaft an. Er hat die wirtschaftliche Belebung an Substanz gewinnen lassen. Und nun blicken wir auf ein abgelaufenes Jahr 2014, in dem der IHK-Konjunkunkturklimaindikator zum ersten Mal nach fünf aufeinander folgenden Anstiegen gesunken ist! Ist dies lediglich ein Ausrutscher? Bedeutet das nur eine kurze wirtschaftliche Verschnaufpause oder ist eine konjunkturelle Trendwende eingeleitet?

Geopolitisches Sorgenjahr

Noch immer bewerten mehr als neun von zehn mainfränkischen Unternehmen zum Jahresende die Geschäftslage als gut oder befriedigend. Aber die Konjunktur wird von mehreren Seiten ausgebremst. Vor allem internationale Krisen schlagen auf das Wachstum durch. Das vergangene Jahr 2014 hat sich als geopolitisches Sorgenjahr entpuppt. Inlandskonsum und Bau stabilisieren zwar, sie gleichen die Einbußen aber nicht länger aus. Der Ausblick auf die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten ist von zunehmender Unsicherheit und aufkommendem Pessimismus bestimmt.

IHK rechnet für 2015 mit schwachem Wachstum

Die Konjunktur gerät in schwierigeres Fahrwasser: Die IHK-Organisation rechnet für 2015 deutschlandweit mit einem nur noch schwachen Wachstum von 0,8 Prozent. Die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung trägt dazu bei. So erreicht das Risiko „Wirtschaftspolitik“ in IHK-Umfragen wieder Werte wie zuletzt in der akuten Phase der Schuldenkrise. „Ich mache mir deshalb Sorgen um den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Die Bundesregierung muss ihre Arbeit wieder stärker an der Steigerung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Deutschland ausrichten. Investitionen und Wachstum müssen ab sofort wieder oberste Priorität haben. Weitere Belastungen der Unternehmen nach dem Muster von flächendeckendem Mindestlohn oder Rente mit 63 sind für die Konjunktur Gift.“

Lange liste an Vorhaben

Im Koalitionsvertrag schlummert noch immer eine lange Liste an Vorhaben, die den Standort Deutschland schwächen: Personalpolitik soll mit Quoten gegängelt werden. Die Unternehmensfinanzierung über die Hausbanken will man durch weiteres Drehen an der Regulierungsschraube verteuern. Und im Steuerrecht, das viele Unternehmen ohnehin als Investitionshindernis sehen, wird die Bürokratie noch erhöht, statt den Befreiungsschlag zu wagen. Einnahmewünsche des Staates sollen Vorrang vor den Bedürfnissen der Unternehmen haben, die den Traktor durch den Acker ziehen.

Zukunftsfragen der Digitalisierung im Vordergrund

Zum Jahreswechsel fokussieren sich die regionalen Unternehmen – bei einer weiter stabilen Arbeitsmarktsituation mit Arbeitslosenquoten in einzelnen Landkreisen auf Vollbeschäftigungsniveau – auf Wettbewerbsthemen, aber auch auf die zunehmende Digitalisierung. Ob digitaler Netzausbau, Industrie 4.0 oder Smart Grids: Zukunftsfragen der Digitalisierung rücken für die Firmen in Mainfranken automatisch auch Themen der Innovations- und Leistungskraft in den Vordergrund. Die IHK-Organisation stellt daher die beiden folgenden Jahre 2015 und 2016 unter den Schwerpunkt „Wirtschaft digital. Grenzenlos. Chancenreich.“ Es wird also auch 2015 darum gehen, nicht nur im Wettbewerb Schritt zu halten, sondern mit Innovationen Maßstäbe zu setzen.

Pressemitteilung der IHK

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