Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Kulturspeicher kauft Skulptur für 12.500 Euro

Finanziert durch Spenden

Der Spendenaufruf des Freundeskreis Kulturspeicher Würzburg e. V. für die Figur einer Krugträgerin von der Bildhauerin Marg Moll war erfolgreich; erfreulicherweise konnten die für den Ankauf der Skulptur benötigten 12.500 Euro fast vollständig durch Spenden eingenommen werden – einen Rest steuerte zuletzt noch der Freundeskreis Kulturspeicher aus seiner Kasse bei.

Marg Moll Skulptur in neuem Raum 3

Das Museum im Kulturspeicher präsentiert nun die erworbene Skulptur im seit Anfang Dezember wieder geöffneten, neu gestalteten Raum 3 zusammen mit den Bildern Gertraud Rostoskys und den Skulpturen von Emy Reeder.

Bildhauerin aus dem 19. Jahrhundert

Marg Moll, 1884 geboren und damit nur sechs Jahre älter als Emy Roeder, gehört zu dem kleinen Kreis deutscher Bildhauerinnen ihrer Zeit, die bereits zu Lebzeiten Erfolg hatten. Sie hatte 1908 die Académie Matisse in Paris mit begründet und reiste während ihres ganzen Lebens immer wieder in die französische Hauptstadt – 1911 bis 1918 von Berlin aus, dann ausgehend von Breslau, wo ihr Ehemann, der Maler Oskar Moll, eine Professur an der Kunstakademie innehatte.

Aus Frankreich kamen auch die Anregungen zu ihrer stark stilisierten Formensprache und einer Tendenz zur formalen Analyse der Figur. Dafür war vor allem die Paris-Reise im Jahr 1928 entscheidend.

„Die Krugträgerin“

Noch im gleichen Jahr schuf sie mit der Figur der „Krugträgerin“ ein Werk, in dem deutlich wird, dass sie sich mit dem Thema Figur weniger naturalistisch, denn als reine Form im Sinne des Kubismus befasste. Geschickt brachte sie dabei die gegenläufigen Gewichte der einzelnen Partien in Balance. Die „Krugträgerin“ gehört zur bedeutendsten Werkphase der Künstlerin.

Oeuvre Marg Molls

Auch inhaltlich ist die Figur repräsentativ für das Oeuvre Marg Molls: Sie schuf überwiegend weibliche Einzelfiguren und Darstellungen von Paaren, Gruppen und Kindern, außerdem Tierskulpturen. Damit ist ihr Themenspektrum mit dem Emy Roeders verwandt. Zugleich aber bildet ihre Figur einen spannungsvollen Kontrast zu Roeders naturalistischerem Stil. Die Arbeit ergänzt den Bereich der Skulptur der Klassischen Moderne in der Städtischen Sammlung in idealer Weise.

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