Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Tonlampen aus der Antike: Lichtspender und Kult

Von Studierenden der Klassischen Archäologie erarbeitet

Sie spendeten Licht, sie dienten der Propaganda: Eine neue Ausstellung im Martin-von-Wagner-Museum informiert ab 11. Dezember über Tonlampen aus der Antike. Erarbeitet wurde die Schau von Studierenden der Klassischen Archäologie.

Licht in allen vorstellbaren Abstufungen, verfügbar zu jeder Tages- und Nachtzeit: Für die Menschen von heute ist das selbstverständlich. In der Antike dagegen war das Leben fast ausschließlich auf die Sonnenstunden ausgerichtet. Zur „Verlängerung“ des Tages musste man sich überwiegend mit kleinen Leuchtkörpern aus Ton zufrieden geben, in denen Öl verbrannt wurde. Diese Lampen rußten stark und gaben ihrer Umgebung kein wirklich helles Licht.
Was in der Ausstellung gezeigt wird.

Ab 11. Dezember in Martin von Wagner-Museum

Die Sonderausstellung „Leuchtende Antike – Lampen aus dem Mittelmeerraum“ ist ab dem 11. Dezember in der Antikenabteilung des Martin von Wagner-Museums der Universität zu sehen. Sie zeigt Tonlampen aus griechischer, römischer, ägyptischer und nordafrikanischer Herstellung. Viele davon haben noch heute Rußspuren an den Dochtlöchern. Verwendet wurden sie als Beleuchtung fürs Abendessen, bei Bestattungen oder im Götterkult. Sie hatten nicht nur praktischen Nutzen, sondern ihr Licht besaß auch symbolische Bedeutung. So wurden Lampen mit ihrem Licht als unheilabwehrendes Mittel eingesetzt.

Produktionsverfahren

Die Ausstellung thematisiert auch das Produktionsverfahren und dessen technischen Fortschritt. Je nach Produktionsart und -ort weisen die Lampen charakteristische Besonderheiten auf: In Ägypten zum Beispiel waren Leuchten mit bis 20 Dochtlöchern besonders populär.

Politische und religiöse Propaganda

Als transportfähige Medien mit weiter Verbreitung dienten die Lampen unter anderem der politischen und religiösen Bildpropaganda: Darstellungen von Isis und Serapis zum Beispiel sollten die ägyptischen Götter auch im Römischen Reich bekannt machen. Religiöse Zeichen auf den Lampen, wie das christliche Kreuz oder die jüdische Menora, zeugen vom Aufkommen monotheistischer Religionen. Das Motiv der Siegesgöttin Victoria wiederum verkündete den Erfolg und die Überlegenheit des römischen Kaisers.

Was die Studierenden gelernt haben

Erarbeitet wurde die Ausstellung von Studierenden der Klassischen Archäologie. „Wir haben bei dem Projekt viel praktische Erfahrung im Umgang mit antiken Objekten und deren Erschließung für Wissenschaft und Öffentlichkeit gesammelt“, sagt Cathrin Schmitt stellvertretend für das 7-köpfige Ausstellungsteam. Es galt Lampen zu bestimmen, Exponate auszuwählen, Texte zu schreiben, das Präsentationskonzept zu erarbeiten und am Aufbau mitzuwirken.

Ausstellung um zahlreiche Exponate erweitert

Die Grundlagen für die Ausstellung wurden in einem Seminar bei Cathrin Schmitt gelegt. Eine Ausstellung in der Sparkasse Mainfranken Würzburg im Oktober und November dieses Jahres diente erfolgreich als Testlauf. Sie wurde jetzt fürs Uni-Museum um zahlreiche weitere Exponate und neue Themen wie die schützende Macht des Lichts erweitert. Zu sehen ist nun ein Überblick zur chronologischen Entwicklung der Lampen in der Antike. Lampen, Fackeln und andere Leuchtmittel veranschaulichen außerdem ihre Verwendung in Alltag und Götterkult.

Fakten zur Ausstellung

„Leuchtende Antike – Lampen aus dem Mittelmeerraum“, 11.12.2104 – 19.04.2015, Dienstag bis Samstag 13:30 bis 17:00 Uhr, sonntags im Wechsel mit der Gemäldegalerie 10-13:30 Uhr; Südflügel der Residenz, 3. Stock, Residenzplatz 2 A, 97070 Würzburg.

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