Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Spende von 10.000 Euro für die Bahnhofsmission

Großzügige Spende beim Würzburger Bahnhofskonzert

Die Bahnhofsmission hilft bedingungslos. Egal, aus welchen Gründen sich ein Mensch in Not befindet. Diese Idee fasziniert – und findet immer mehr Förderer. Auch die Werbegemeinschaft der Geschäfte im Bahnhof wollte die Einrichtung aus diesem Grund unterstützen. Beim 11. Würzburger Bahnhofskonzert unter dem Motto „Menschen begegnen sich“ überreichte die Gemeinschaft am Freitag einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro an den Förderverein Bahnhofsmission Würzburg.

Bigband der Bundespolizei München zu Gast

Begeistert wurden die Musiker der Bigband der Bundespolizei München von Besuchern und Freunden der Bahnhofsmission empfangen. Zwei Stunden lang sorgten sie in dem von außen attraktiv blau illuminierten Bahnhofsgebäude mit Stücken wie „All of me“ „Chattanooga Choo Choo“, „Hello Dolly“ oder „Hay Burner“ für beste Unterhaltung. Dicht an dicht standen die Menschen gedrängt. Unterbrochen wurde das hervorragende Konzert von Gästen, die ihre Verbundenheit mit der Bahnhofsmission ausdrückten: Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Elmar Hirsch vom Bahnhofsmanagement und Polizeioberrat Wolfgang Schäfer.

Projekt „Wanderbank“ sammelt persönliche Geschichten

Auch einen Jongleur konnte Moderatorin Heike Mix begrüßen: Harry Hirsch verblüfte durch Kunststücken, die er in eine lustige Jonglagegeschichte einzubauen verstand. Wer zwischendurch reden wollte, durfte sich am anderen Ende der Bahnhofshalle zu Anne Walz auf die „Wanderbank“ der Bahnhofsmission setzen. In einem dicken Buch sammelt die Leiterin des Projekts „Wanderbank“ schöne, bewegende, traurige oder auch nachdenklich machende Geschichten von Menschen, die in Würzburg leben oder hier Station machen.

Bahnhofsmission hilft in verzwickten Lebenslagen

Während die Züge, die vom Bahnhof wegfahren, stets einer festgelegten Richtung folgen, ist das bei Menschen oft ganz und gar nicht der Fall. Es gibt Phasen, da scheint sich das Leben im Kreis zu drehen. Oder es kommt das Gefühl auf, in einer Sackgasse zu stecken. Manchmal auch ist plötzlich jedes Ziel aus dem Blickfeld verschwunden. Für Menschen in diesen Lebenssituationen ist die Bahnhofsmission da, so Helmut Fries, Vorsitzender des Fördervereins Bahnhofsmission Würzburg. Ganz besonders wichtig ist ihm, die Einrichtung der Christophorus-Gesellschaft weiterhin 24 Stunden lang offen zu halten: „Denn Frauen in Not finden nachts nur hier sofort Hilfe.“

Anlaufstelle am Bahnhof gibt Ihm Struktur

Auch Michael kennt die andere Seite des Lebens – jene dunkle Seite, die in manchen Momenten zur Verzweiflung führt. Vor einem Jahr erkrankte der 51-Jährige an einem Hirnleiden. Seither ist Michael in vieler Hinsicht eingeschränkt. Schon zuvor war er arbeitslos. Im Augenblick geht seine Hoffnung, wieder einen Job zu finden, gegen Null. Im Moment könnte sich Michael aber auch unmöglich länger auf eine Beschäftigung konzentrieren. Wobei er alles versucht, um die durch die Krankheit bedingten Defizite auszugleichen. Michael kommt täglich in die Bahnhofsmission, um Zeitung zu lesen. Das gibt ihm Struktur. Über die Bahnhofsmission kam er auch schon an Karten der Kulturtafel: „Neulich war ich im Chambinzky.“

Heiligabend in der Bahnhofsmission

Der Abend war unvergleichlich, die Atmosphäre klasse und wunderbar das Gefühl, in einem Theatersessel zu sitzen. Denn Theatergenuss kann sich Michael mit seinem Hartz IV-Geld ebenso wenig leisten wie er niemals den regulären Eintritt für ein so hochkarätiges Konzert, wie es die Bigband der Bundespolizei in der Bahnhofshalle bot, hätte berappen können. Am nächsten Tag erzählte er in der Bahnhofsmission begeistert von dem Theaterabend: „Die Bahnhofsmission, das ist inzwischen ein bisschen so etwas wie meine Familie.“ Auch an Heiligabend und an den Weihnachtsfeiertagen wird  Michael hierherkommen.

Ehrenamtliche Helfer seit vielen Jahren

Ute Schnabel gehört zu jener großen Gruppe von Menschen, die unbezahlt in der Bahnhofsmission Dienst tun. „Seit acht Jahren mache ich das“, lacht die sympathische Frau, die im Pavillon vor dem Bahnhof nicht nur Glühwein, Punsch und Plätzchen verkaufte, sondern auch über die Bahnhofsmission aufklärte. Zwar sage der Name „Bahnhofsmission“ den meisten Menschen etwas, erfuhr sie im Laufe des Nachmittags: „Doch viele haben einen falschen Eindruck.“ Sie glaubten, dass nur Wohnungslose in die Einrichtung kämen: „Dabei helfen wir allen Menschen in Not.“

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