Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

„Dekret über die Tugenden“ von Schwester Julitta Ritz

Schriftliche Bestätigung des „heroischen Tugendgrades“

Generaloberin Schwester Monika Edinger und Schwester Veronika Stauch von der Kongregation der Erlöserschwestern in Würzburg haben das „Dekret über die Tugenden“ von Schwester Julitta Ritz (1882-1966) und dessen offizielle deutsche Übersetzung am Dienstagabend, 2. Dezember, an Bischof Dr. Friedhelm Hofmann überreicht. Das Dekret ist die schriftliche Bestätigung des noch von Papst Benedikt XVI. am 19. Dezember 2011 zuerkannten „heroischen Tugendgrads“ für Schwester Julitta Ritz. Für die Ordensfrau wurde 1986 ein Seligsprechungsverfahren eröffnet.

Christliche Grundtugenden in vorbildlich gelebt

Die Auszeichnung „heroischer Tugendgrad“ bedeutet, dass der Kandidat eines Selig- oder Heiligsprechungsverfahrens die christlichen Grundtugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe unter seinen Lebensumständen in vorbildlicher Weise gelebt hat. Die Feststellung des heroischen Tugendgrades ist daher in der katholischen Kirche eine wichtige Etappe im Selig- oder Heiligsprechungsprozess für einen verstorbenen Christen. „Jetzt hoffen wir auf ein anerkennenswertes Wunder auf Fürsprache von Schwester Julitta, das für die Seligsprechung nötig ist“, sagten Edinger und Stauch. Bischof Hofmann freute sich über das Dekret und sagte, Schwester Julitta sei bei vielen Menschen in guter Erinnerung, vor allem wegen ihrer mystischen Erfahrungen.

 Über die Erlöseschwester Maria Julitta Ritz

Erlöserschwester Maria Julitta Ritz wurde als Theresia Eleonore Ritz am 24. September 1882 in Uissigheim (Landkreis Main-Tauber) geboren. Am 13. Mai 1901 trat sie als Kandidatin in die Kongregation der Erlöserschwestern in Würzburg ein. Nach dem Besuch der ordensinternen Schule ging sie von 1902 bis 1905 auf das Lehrerinnenseminar in Aschaffenburg. Nach dem Staatsexamen folgte 1905 die Einkleidung. Mit der Aufnahme ins Noviziat bekam Ritz den Ordensnamen Maria Julitta. Am 6. Oktober 1906 legte sie ihre Profess ab. Nach dem Einsatz an verschiedenen Volksschulen war sie ab Oktober 1910 viele Jahre an der Schule im Würzburger Mutterhaus aktiv. Die ordenseigene Schule wurde auf Druck der nationalsozialistischen Machthaber 1940 geschlossen.

Aufzeichnungen in Form einer geistlichen Autobiographie

Ritz wirkte fortan an der Pforte. In der Bombennacht des 16. März 1945 wurde das Würzburger Kloster völlig zerstört. Die Gemeinschaft siedelte nach Heidenfeld (Landkreis Schweinfurt) um. Nach dem Wiederaufbau des Mutterhauses arbeitete Ritz bis zu ihrem Tod weiter an der Pforte. In der Nachkriegszeit rief sie einen karitativen Paketdienst ins Leben. In ihrem Dienst erwies sie sich auch als spirituelle Ratgeberin, auch auf brieflichem Wege. Mit mehreren Theologieprofessoren wie dem Religionspsychologen Alois Mager stand sie im Austausch. Ihr geistliches Leben zeichnete sie ab 1924 auf, nachdem der Spiritual des Ordens, Konrad Hock, sie dazu ermuntert hatte. Ab 1935 bis zu ihrem Tod im Jahr 1966 verfasste sie ihre Aufzeichnungen in Form einer geistlichen Autobiographie. Ritzs Schriften sind – teilweise allerdings nur als Durchschrift – erhalten und werden im sogenannten „Julitta-Archiv“ des Ordens in Würzburg gesammelt und veröffentlicht.

1966 gestorben

Ritz starb am 13. November 1966 und wurde auf dem Würzburger Hauptfriedhof beigesetzt. Am 21. Mai 1983 wurden die Gebeine erhoben, rekognostiziert und anschließend in der Mutterhauskirche der Erlöserschwestern in Würzburg beigesetzt. Bischof Dr. Paul-Werner Scheele setzte sich für die Verehrung der Ordensschwester ein und beantragte 1982 in Rom die Einleitung des Seligsprechungsprozesses. 1986 wurde in der Diözese Würzburg das Verfahren zur Seligsprechung eröffnet und 1994 abgeschlossen. Die Akten wurden nach Rom übergeben. Postulator für den Seligsprechungsprozess war in Rom Zygmunt Zimowski. Auf ihn folgte im Jahr 2002 Krysztof Nykiel. Dieser übergab 2004 die sogenannte Positio an Bischof Hofmann. In Deutschland ist – in der Nachfolge von Ildefons Dietz – seit 1993 der Pallottinerpater Heribert Niederschlag mit dem Amt des Postulators betraut. Am 19. Dezember 2011 erkannte Papst Benedikt XVI. Schwester Julitta den heroischen Tugendgrad zu.

Pressemitteilung der Pressestelle des Bischöflichen Ordinariats Würzburg

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