Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Würzburg, New York und zurück – Bildvortrag Leonhard Frank

Seltene Erstausgaben, signierte Bücher und Fotos

Am Mittwoch, 5. November 2014, um 15.00 Uhr, hält der 2. Vorsitzende der „Leonhard-Frank-Gesellschaft e.V.“ Stadtrat Willi Dürrnagel in der Seniorenbegegnungsstätte des Evangelischen Arbeitervereins (EAV) Friedrich-Ebert-Ring 27d einen Bildvortrag zum Thema „Leonhard Frank – der sozialkritische und pazifistische Schriftsteller aus Würzburg“. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich dazu eingeladen.

Willi Dürrnagel wird u.a. mit Bildern aus seiner Sammlung einen Überblick über das Leben und Werk Leonhard Franks geben. Willi Dürrnagel zeigt dabei seltene Erstausgaben, von Leonhard Frank persönlich signierte Bücher in mehreren Sprachen sowie Fotos Leonhard Franks.

Über Leonhard Frank

Leonhard Frank ist ein bedeutender Erzähler des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 4. September 1882 als viertes Kind des Schreinergesellen Johann Frank und seiner Ehefrau Marie geb. Bach, in Würzburg geboren und wuchs dort in ärmlicher Umgebung auf. Nach dem Besuch der Volksschule, Schlosserlehre bei einem Fahrradmechaniker und einer kurzen Tätigkeit als Labordiener am Würzburger Juliusspital studierte er ab 1905 in München an der Kunstakademie mit Hilfe zweier Stipendien Malerei und hielt sich dabei mit verschiedenen Hilfsarbeiten am Leben.

Emigration in die Schweiz

1910 zog er nach Berlin über, wo er seine spätere erste Frau, die Wienerin Lisa Ertel (eigentl. Luise Elisabeth Erdelyi) kennenlernte, die er im Februar 1915 heiratete. 1914 errang er mit seinem ersten Roman „Die Räuberbande“ einen großen Erfolg. 1915 emigrierte er in die Schweiz. Hier beendete er die Novelle „Die Ursache“, eine eindeutige Stellungnahme gegen die Todesstrafe und schrieb mehrere kurze Novellen gegen den Krieg, die 1917 in der Schweiz unter dem Sammeltitel „Der Mensch ist gut“ erschienen. In Deutschland verboten musste dieses Buch illegal eingeführt werden und wurde dann von Kriegsgegnern weiterverbreitet. In Berlin arbeitete Frank als freier Schriftsteller bis 1933.

Tod in München

Mit Beginn des Dritten Reiches emigrierte Frank zum zweiten Mal über Zürich und London nach Paris. Seine Bücher fielen in Deutschland der Bücherverbrennung im Mai 1933 zum Opfer. Schließlich konnte er 1940 mittels eines gefälschten tschechoslowakischen Reisepasses über die Pyrenäen, Spanien und Portugal in die USA flüchten. Hier arbeitete er als Drehbuchautor bei Warner Brothers in Hollywood. Nach einem Umzug 1945 nach New York, kehrte er 1950 wieder nach Deutschland zurück. Frank ließ sich schon kurz nach der Ankunft in München nieder, wo er bis zu seinem Tode ansässig blieb. Am 18. August 1961 ist Leonhard Frank in München verstorben und wurde auf dem Nordfriedhof in München beigesetzt.

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