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Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Ebola & Co. in den Schlagzeilen

Vortrag über Ebola

Ebola wird sich bei uns nicht ausbreiten, aber in Westafrika dürfte das Virus noch für längere Zeit ein Problem bleiben.“ Diese Prognose stammt von Professor Markus Engstler vom Biozentrum. Er hielt bei der Würzburger Schüler-Uni vor rund 500 Zuhörern einen Vortrag über Ebola & Co.

Immer wieder kurz und heftig

Das Ebola-Virus hat seit 1976 immer wieder zugeschlagen – in der Regel kurz und heftig, meist in abgelegenen Regionen Zentralafrikas. Es hinterließ einige Tote und verschwand schnell wieder. Der Erreger zerstört so viele verschiedene Zellen und Organe des Körpers, dass die meisten Infizierten ohne medizinische Hilfe nach wenigen Tagen innerlich verbluten.

Diesmal 4000 Tote und kein Ende in Sicht

In Westafrika aber dauert die aktuelle Ebola-Epidemie jetzt fast schon ein Jahr, und ein Ende ist nicht in Sicht. Fast 4000 Tote sind dort bislang zu beklagen. Warum bleibt Ebola diesmal so lange aktiv? „Weil die Epidemie auch in einer Großstadt ausgebrochen ist und sich der Erreger in dieser Umgebung besser und weiter verbreiten kann als in einem Dorf im Urwald“, wie Professor Markus Engstler vom Biozentrum der Uni Würzburg in einem Vortrag bei der Schüler-Uni erklärte.

Mangelnde Information als großes Problem

Viele Afrikaner seien leider nicht gut genug darüber informiert, wie sich eine Ebola-Infektion vermeiden lässt: Kein Fleisch von Wildtieren wie Flughunden oder Affen essen, denn die können das Virus in sich tragen. Vor allem aber: Beim Umgang mit Erkrankten und Toten strikte Hygieneregeln einhalten, denn das Blut und andere Körperflüssigkeiten der Ebola-Opfer sind hoch ansteckend. Durch eine gute Hygiene lasse sich Ebola stoppen, so der Professor. Das sei aber angesichts der mangelhaften Infrastruktur in den betroffenen Gebieten nur sehr schwer umzusetzen.

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Effektiver Seuchenschutz bei uns

„Weil die meisten Menschen in Westafrika zu schlecht informiert sind und die betroffenen Länder zu den ärmsten gehören, wird Ebola dort noch für längere Zeit ein Problem bleiben“, sagt Engstler. In Europa und den USA dagegen werde sich das Virus nicht ausbreiten können, selbst wenn vereinzelt Reisende es aus Afrika mitbringen – „weil der Seuchenschutz bei uns sehr effektiv funktioniert“.

Kritik an Medienberichten über Ebola

Über die Luft werde Ebola keinesfalls übertragen, das sei „kompletter Blödsinn“. Engstler kritisierte mit diesen Worten einen Bericht im Nachrichtenmagazin Focus, der mit entsprechenden Befürchtungen gespielt hatte. Mit weiteren Beispielen zeigte der Professor, dass auch andere Medien auf der ganzen Welt falsch über Ebola berichten und dass sie die Epidemie in Westafrika zunehmend aufbauschen – bis hin zu einer „Gefahr für den Weltfrieden“ und zu einer „Pest der Neuzeit“. Engstlers Vortrag trug darum auch den Titel: „Ebola & Co.: Wenn vernachlässigte Tropenkrankheiten Schlagzeilen machen.“

Schlafkrankheit tötet zu 100 Prozent

Es gebe aber nicht nur Probleme mit Ebola – da sei etwa das Grippevirus, das allein in Deutschland jedes Jahr zwischen 5.000 und 15.000 Menschen umbringt. Oder die Afrikanische Schlafkrankheit und andere vernachlässigte Tropenerkrankungen, an denen jährlich rund 500.000 Menschen sterben: „Kaum einer kennt diese Krankheiten, kaum jemand interessiert sich dafür“, so der Würzburger Forscher. Die Schlafkrankheit zum Beispiel kommt nur in Afrika südlich der Sahara vor. Ausgelöst wird sie von einzelligen Parasiten, die durch den Stich der Tse-Tse-Fliege auf den Menschen übertragen werden. Die Erreger zerstören langsam aber sicher das Gehirn und sind zu 100 Prozent tödlich.

Anders als Ebola macht „sein“ Erreger aber keine Schlagzeilen. Darum sagte Engstler am Ende seines Vortrags zu den Schülern: „Wenn Ihnen in ein paar Jahren der Begriff ‚Schlafkrankheit‘ unterkommt und Sie sich erinnern, dass Sie schon mal davon gehört haben, bin ich ganz glücklich.“

Zur Homepage des Deutschen Netzwerks gegen vernachlässigte Tropenerkrankungen: www.dntds.de

 

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