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Service-Learning: Mehr Wissen über das Wissen

Preis erhalten für Zwischenergebnisse

Welche Wirkung hat Service Learning auf Studierende? Das untersucht die Nachwuchswissenschaftlerin Stefanie Hillesheim in ihrer Doktorarbeit. Obwohl bislang nur Zwischenergebnisse vorliegen, hat sie dafür bereits einen Preis von der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften erhalten.

18 Monate Forschung

„Die Wirkungen von Service Learning auf die akademische Entwicklung bei Studierenden“: So lautet der vorläufige Titel der Doktorarbeit, an der Stefanie Hillesheim seit gut 18 Monaten forscht. Das Thema liegt nahe; immerhin leitet die 31-Jährige die Kooperationsstelle der Service-Learning-Angebote der Universität Würzburg am Lehrstuhl Empirische Bildungsforschung von Professor Heinz Reinders.

Service-Learning: durch Praxis Theorie verstehen

Service Learning: Das ist ein Angebot, das Heinz Reinders vor gut sieben Jahren an der Würzburger Uni ins Leben gerufen hat. Dabei handelt es sich „um eine Lehr-Lernform, bei der die Anwendung theoretischen Wissens in der Praxis im Mittelpunkt steht“, wie auf der Homepage des Lehrstuhls zu lesen ist. Im Rahmen des Service Learnings engagieren sich Studierende in verschiedenen Projekten für die Gesellschaft und zeigen dabei soziales Engagement. Indem sie Gutes tun, sollen sie sich gleichzeitig die theoretischen Inhalte vertieft aneignen, die ihnen in einem parallel laufenden Seminar vermittelt werden. Ob das tatsächlich funktioniert, untersuchen Stefanie Hillesheim und Heinz Reinders im Rahmen ihres von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG geförderten Projekts.

Vom Kindergarten bis zur Weiterbildung

„Rund 50 Studierende der Uni Würzburg nehmen jedes Jahr an Service-Learning-Projekten teil“, sagt Stefanie Hillesheim. Sie gehen beispielsweise in den Kindergarten St. Sebastian und fördern dort Kinder mit Sprachproblemen. An der Grundschule am Heuchelhof unterstützen sie die Hausaufgabenbetreuung; an der Don-Bosco-Berufsschule bieten sie ein Programm zur Förderung der Sozialkompetenz an. Selbst Erwachsene können auf die Hilfe der „Service Learner“ bauen: An der Industrie- und Handelskammer informieren die Studierenden die Kursteilnehmer beispielsweise über die ideale Lernstrategie, den Umgang mit Prüfungsangst und das optimale Zeitmanagement.

Ein etabliertes Angebot

Über zwei Semester hinweg verpflichten sich die Studierenden das jeweilige Projekt zu betreuen. Gänzlich ehrenamtlich ist das natürlich nicht: „Service Learning ist in das Curriculum des Bachelorstudiengangs ‚Pädagogik‘ eingebettet“, sagt Stefanie Hillesheim. Die Teilnehmer bekommen deshalb selbstverständlich am Ende neben einem Zertifikat die entsprechenden ECTS-Punkte. Und zur Teilnahme gezwungen wird natürlich auch niemand: Alternativ bietet der Lehrstuhl das Seminar ohne Praxisanteil an.

Stefanie Hillesheims Doktorarbeit

Einmal Wissensvermittlung rein theoretisch im Seminar, einmal begleitet von der praktischen Anwendung in einem Projekt: Das bietet sich doch zum Vergleich an. Und an dem forscht Stefanie Hillesheim im Rahmen ihrer Doktorarbeit. Ihr geht es dabei vor allem um die „akademische Entwicklung“ der Studierenden. Die Diplom-Pädagogin untersucht die „metakognitiven Unterschiede“. Oder, anders formuliert: Das Wissen über das Wissen. „Wer an einem Service-Learning-Projekt teilnimmt, muss sich überlegen, welche Strategien er schon kennt, welche er wie einsetzt oder wie er sein vorhandenes Fachwissen auf eine konkrete Situation übertragen kann“, erklärt Stefanie Hillesheim. Im Extremfall könne das dazu führen, dass die Studierenden feststellen müssen, dass eine spezielle Theorie „nichts taugt“. Dann müssen sie überlegen, woran das liegt und welche Parameter sie verändern müssen, um doch noch zu dem gewünschten Erfolg zu gelangen.

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