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Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Löwenbrücke: Stadt weist Vorwürfe scharf zurück

WÜRZBURG. Nach dem schrecklichen Unfall auf der Löwenbrücke am Montagabend, ist die Verkehrssituation dort bereits diesen Donnerstag Thema im Stadtrat. Hier wird u.a. von der SPD in einem Dringlichkeitsantrag Tempo 30 auf der Löwenbrücke gefordert und über die Gesamtsituation beraten.

Wie berichtet, ist diese Maßnahme auch seitens der Grünen und des Verkehrsclub Deutschland (VCD) erwünscht, die dies in Pressemitteilungen bereits wenige Stunden nach dem schrecklichen Unfall forderten. Der VCD hatte dabei der Stadt Würzburg teilweise schwere Vorwürfe gemacht, die in folgender Pressemitteilung dazu Stellung nimmt.

Stellungnahme der Stadt Würzburg

Nach dem schlimmen Unfall mit einem schwerverletzten Kind fährt am Montagabend auf der Löwenbrücke erschienen innerhalb weniger Stunden zwei Pressemitteilungen, die Vorschläge für eine Verkehrabwicklung an diesem Nadelöhr präsentieren, welche Fußgänger und Radfahrer besserschützen sollen. Die hier unterbreiteten Vorschläge des Kreisverbands der Grünen und des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) sind der Stadt Würzburg bereits bekannt und auch die Intention, für alle Verkehrsteilnehmer eine noch sicherere Lösung zu erreichen, ist natürlich auch aus Sicht der Stadt die Maxime, die alle aktuellen Verkehrsplanungen an dieser Stelle bestimmt. Die Polemik Pressemitteilung des VCD, hier hätten die Verantwortlichen bei der Stadt Würzburg eine gefährliche Stelle gekannt, aber nicht gehandelt, schießt über das Ziel berechtigter Lobbyarbeit hinaus und wird aufs Schärfste
zurückgewiesen. 

Die Polizei bestätigt, dass der tragische Unfall, bei dem ein Pkw auf einen Gehsteig fährt, bislang ohne Beispiel war und dass die Brücke laut Statistik kein Unfallschwerpunkt ist. Es ist daher seitens des VCD unanständig anzudeuten, dieser Unfall hätte von der Stadt ohne Weiteres verhindert werden können. 

Jeder der sich mit den komplexen Verkehrsbeziehungen im Bereich Löwenbrücke, Mergentheimer Straße, Leistenstraße, Sanderring, Sanderglacisstraße und Ludwigkai bereits beschäftigt hat, weiß, dass hier kleine Eingriffe in den fließenden Verkehr große Auswirkungen haben können. Dies war auch mehrfach Gegenstand der Erörterungen im Radverkehrsbeirat. An der Löwenbrücke treffen die Interessen von Fußgängern, Radfahrern, Individualverkehr und ÖPNV direktaufeinander und auf eine aus heutiger Sicht leider zu klein dimensionierte Brücke. Im morgigen Stadtrat wird Baureferent Prof. Christian Baumgart über den Stand der monatelangen Vorplanungen und Prüfungen berichten. Die Einführung eines Radweges auf der Brücke muss natürlich in ein Gesamtkonzept eingebettet sein, das auch die beiden angrenzenden Kreuzungsbereiche umfasst.

Die Akteure, die nun die Pressemitteilungen unterzeichneten, müssten eigentlich, beispielsweise durch ihre Tätigkeit im Radverkehrsbeirat oder den Austausch mit dem Stadtrat oder der Verwaltung wissen, dass an der Drehscheibe Löwenbrücke aktuell eine aufwendige Überplanung vorbereitet wird. Die Universität Würzburg führt im städtischen Auftrag derzeit Verkehrszählungen durch und befragt Würzburgerinnen und Würzburger zur Verkehrsmittelnutzung. Auch solche objektiven Daten (für das ganze Stadtgebiet) können helfen, zu einem tragfähigen Ausgleich aller bestehenden Interessen an der Ludwigbrücke zu gelangen. Gravierende Änderungen an dieser Stelle sind zudem selbstverständlich nicht allein Sache der laufenden Verwaltung.

Seit 2012 wurden in der Stadt beispielsweise neun Tempo-30-Bereiche neu eingeführt oder alte ausgeweitet; alle diese Maßnahmen wurden im Stadtrat zuvor beraten und beschlossen. 

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