Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Teamteaching: Workshop für Lehrkräfte und Studierende

Im Team unterrichten

Die Grundbedingung lautet schlicht: Beide müssen es wirklich wollen. Sonst ist „Teamteaching“, also das gemeinsame Unterrichten von zwei Lehrkräften in einer Klasse, von vornherein zum Scheitern verurteilt. Doch auch dann, wenn zwei Lehrkräfte „Ja“ zum gemeinsamen Unterrichten sagen, gibt es so manche Hürde zu überwinden. Wie diese Hürden gemeistert werden können, erfuhren Lehrkräfte und Studierende bei einem interaktiven Workshop in der Lehr:werkstatt – einem Angebot der Eberhard-von-Kuenheim-Stiftung am Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZfL) der Universität Würzburg.

Schüler aller Schularten profitieren

Von Teamteaching profitieren Schüler am Gymnasium ebenso wie Kinder jeder anderen Schulart. Überall kann Teamteaching die Entwicklung hin zu einer inklusiven Schule befördern, verdeutlichten Gerhard Filer, Maria Krismer und Margit Miller. Die drei Tiroler Lehrkräfte befassen sich seit vier Jahren intensiv mit dem Thema „Teamteaching“. So entschlossen sich das Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Universität und die Eberhard-von-Kuenheim-Stiftung, das Trio nach Würzburg einzuladen. Hier startete soeben die dritte Staffel des Projekts Lehr:werkstatt.

Lernen im Tandem: die Lehr:werkstatt

Während ein Studierender in anderen Projekten einen Tutor zur Seite gestellt bekommt, werden in der Lehr:werkstatt die Lehrkräfte, hier als Lehr:mentoren bezeichnet, in einem ausgefeilten Auswahlverfahren einem Lehr:werker als Tandempartner zugeordnet. Der Lehr:mentor gibt nicht nur sein Wissen weiter, sondern er nimmt auch auf, was der Studierende an neuen Ideen einbringt. So nahmen Lehr:werker und Lehr:mentoren am vergangenen Wochenende auch auf Augenhöhe am Workshop „Teamteaching“ teil. Beide lernten, was Teamteaching eigentlich ist und wie es funktionieren kann. In den kommenden Monaten werden sie versuchen, die neu erworbenen Kenntnisse in den Klassen der Lehr:werker umzusetzen.

Auf alle Lerntypen eingehen

Teamteaching ist sinnvoll, sofern Schüler etwas davon haben. Bringt ihnen die Tatsache, dass sich zwei Lehrkräfte in der Klasse befinden, unterm Strich nichts, kann man die Sache lassen. Der größte Profit liegt bei gutem Teamteaching darin, dass es gelingt, die verschiedenen Lerntypen einer Klasse unter einen Hut zu bringen.

Sich gegenseitig korrigieren

Nicht immer unterrichten Lehrkräfte souverän und pannenfrei. Da kann man sich zu Hause noch so gut vorbereitet haben. Manchmal, so Filer, entwickelt sich die Stunde in eine ganz andere Richtung als geplant. Ist eine Kollegin im Klassenzimmer mit dabei, hat sie womöglich beobachtet, ab welchem Punkt die Klasse in eine Richtung driftete, die so nicht vorgesehen war. Das kann dann hinterher erörtert werden, damit der gleiche Fehler nicht noch einmal passiert.

Umgang mit unter- und überforderten Schülern

Geht es zum Beispiel darum, einen Quotienten auszurechnen, können die einen damit unterfordert sein, die anderen sind überfordert und langweilen sich, eine dritte Schülergruppe mag durch die Aufgabe zu ganz neuen, eigenen Fragen kommen. Mit dieser Gruppe könnte dann die zweite Lehrkraft spontan in die Bibliothek gehen, wo selbstständig auf die aufgeworfenen Fragen Antworten gesucht werden. Filer: „Teamteaching eröffnet nicht zuletzt auch sehr guten Schülern neue Chancen.“ Auch hochbegabte Schüler profitieren von der Individualisierung, die durch das Teamteaching mit Lehr:werkern in der Klasse zeitweise möglich wird. Sich zu einem Team zusammenzuraufen, das kostet allerdings viel Zeit. Heißt es doch, Regeln im Klassenzimmer, Unterrichtstile und Inhalte genau abzusprechen.

 

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