Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Löwenbrücke: Eigene Spur für Radler und Autos?

Grüne und VCD wollen Tempo 30

Gestern ereignete sich ein tragischer Unfall auf der Löwenbrücke. (Wir berichteten). Schon kurz nach dem Vorfall wurde auf „Blaulicht Würzburg“ über die Löwenbrücke als allgemein bekannte Gefahrenstelle für Fußgänger und Radfahrer diskutiert. Die Grünen haben jetzt einen Vorschlag in die politische Diskussion gebracht: Tempo 30 und eine getrennte Spur für Autos und Radfahrer.

Autospur stadtauswärts soll entfallen

Die Würzburger GRÜNEN und ihr ‚Arbeitskreis Verkehr′ haben eine mögliche Lösung entwickelt und in einer Fotomontage sichtbar gemacht. Stadtauswärts wird eine der beiden Autospuren auf gleiche Höhe wie der Fußgängerweg gebracht und ausschließlich RadfahrerInnen zur Verfügung gestellt. „Diese zweite Autospur stadtauswärts kann leicht entfallen,” argumentiert Manfred Dürr, Mitglied im Arbeitskreis.

Für die Spitzenbelastung am Morgen stadteinwärts steht nur eine Spur zur Verfügung. Dennoch wird die Belastung ohne Stau bewältigt, obwohl sie wesentlich stärker ausgeprägt ist als die nachmittägliche Belastungsspitze stadtauswärts. Diese verteilt sich über einen längeren Zeitraum, ist wesentlich schwächer ausgeprägt.” 

Als Sofortmaßnahme fordern die GRÜNEN die Höchstgeschwindigkeit auf der Löwenbrücke auf 30 km/h zu begrenzen.

Vorhersehbarer Gefahrenpunkt Löwenbrücke

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Kreisverband Mainfranken-Rhön e.V. hat mit Bedauern den schweren Unfall auf der Löwenbrücke mit einem schwer verletztem Kind zur Kenntnis genommen und wünscht eine baldige Genesung.

„Dies ist umso tragischer, da der VCD vor wenigen Tagen die Löwenbrücke als Gefahrenstelle für den Fußgänger- und Radverkehr öffentlich benannt hat“, so Dr. Christian Loos, VCD-Kreisvorsitzender und Arzt.

„Auch die Stadtverwaltung hat sich vor Wochen ähnlich geäussert, indem sie das Attribut „lebensgefährlich“ in der Presse verwendete“, ergänzt Loos.

Bekannter Gefahrenbereich

„So wird seit Jahren sowohl bei ehrenamtlichen Aktiven, wie auch bei Planern über Lösungen diskutiert, ohne dass auch nur minimalste Verbesserungen, wie ein Tempolimit, in Angriff genommen wurden, um die Sicherheit für Fuß- und Radverkehr zu verbessern“, erläutert Werner Raithel-Gross vom VCD-Vorstand.

Ebenfalls für Tempo 30 – Sofort!

Als Sofortmassnahme schlägt daher der VCD, wie die GRÜNEN, Tempo 30 auf der Löwenbrücke inklusive den Brückenrampen vor, wobei dies dann auch kontrolliert werden muss, z.B. durch stationäre „Blitzer“. Mittelfristig plädiert der VCD für Umbau der nördlichsten Fahrspur etwa zur Hälfte in einen verbreiterten Gehweg und einen ausreichend breiten Radweg in stadtauswärtiger Richtung mit separaten Aufstellflächen an den Ampeln.

Vor dem Kindergarten ist ein gesicherte Querungshilfe, z.B. Zebrastreifen über die ansteigende Mergentheimerstrasse nötig. Zudem sei eine Fuß- und Radfurt am westlichen Brückenende (von und zur Straba-Haltestelle) über die Brückenfahrbahnen nötig, wobei jetzt schon eine Ampel die Zufahrt der KFZ zur Brücke regelt.

Perspektivisch fordert der VCD Tempo auch als Regelgeschwindigkeit in der Stadt, wobei nur ausgebaute Hauptstrassen mit ausreichender Fußgänger- und Radverkehrs-Infrastruktur ausgenommen werden sollen.

„Der Zeitverlust bei 30 statt 50 km/h auf die Gesamtfahrzeit in der Stadt wird überschätzt. Wer sich als Autofahrer nicht vorstellen kann, dieses verträgliche Tempo in der Stadt zu fahren, muß sich fragen lassen, welche Unfälle er noch in Kauf nehmen will“, so Loos abschließend.

Zudem soll überlegt werden, ob Fahranfänger hochmotorisierte Fahrzeuge, bzw. solche mit hohem Schädigungspotential wie es Geländewagen darstellen, überhaupt führen dürfen, wendet sich der VCD an den Gesetzgeber.

Stellungnahme der Stadt Würzburg vom 24.September 2014 zu den Vorwürfen

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