Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

12.500 Euro für Ankauf einer Skulptur benötigt

Spendenaufruf des Kulturspeichers

Der erste Spendenaufruf für die Figur einer Krugträgerin von der Bildhauerin Marg Moll hat bereits eine erfreuliche Resonanz gefunden. Die für den Ankauf der Skulptur benötigten 12.500 Euro sind jedoch noch nicht eingenommen. Damit die Skulptur bald neben einer Arbeit von Emy Roeder in der Städtischen Sammlung stehen kann, ruft der Freundeskreis Kulturspeicher Würzburg e. V. daher zu weiteren Spenden auf.

Skulpturen der Klassischen Moderne in Würzburg

Der Charakter der Städtischen Sammlung im Museum im Kulturspeicher sei wesentlich durch die Ankaufspolitik Heiner Dikreiters geprägt – eines Traditionalisten, der die Kunst der Moderne wenig berücksichtigt habe. Dennoch gelang es ihm, durch den Nachlass der Bildhauerin Emy Roeder eine bedeutende Werkgruppe von Skulpturen der Klassischen Moderne nach Würzburg zu holen. Dieser Bestand gibt eine Richtung vor, in der die Sammlung sinnvoll und profilschärfend weiter ausgebaut werden kann: durch Bildhauerei von Zeitgenossen Emy Roeders. Marg Moll gehört zu dem kleinen Kreis deutscher Bildhauerinnen ihrer Zeit, die bereits zu Lebzeiten Erfolg hatten.

Ideale Ergänzung der Städtischen Sammlung

Inhaltlich ist die Krugträgerin repräsentativ für das Oeuvre Marg Molls: Sie schuf überwiegend weibliche Einzelfiguren und Darstellungen von Paaren, Gruppen und Kindern, außerdem Tierskulpturen. Damit ist ihr Themenspektrum mit dem Emy Roeders verwandt. Zugleich aber bildet ihre Figur einen spannungsvollen Kontrast zu Roeders naturalistischerem Stil. Die Arbeit würde den Bereich der Skulptur der Klassischen Moderne in der Städtischen Sammlung ideal ergänzen.

Bis Mitte September im Kulturspeicher

Die Skulptur steht noch bis zum 21.September leihweise in Raum 3 des Museums und kann dort besichtigt werden. Außerdem gibt ein im Foyer des Museums stehendes Spendenbarometer Auskunft über den aktuellen Spendenstand.

Zu Marg Moll

Marg Moll wurde 1884 geboren und war damit nur sechs Jahre älter als Emy Roeder.  Sie hatte 1908 die Académie Matisse in Paris mit begründet und reiste während ihres ganzen Lebens immer wieder in die französische Hauptstadt – 1911 bis 1918 von Berlin aus, dann ausgehend von Breslau, wo ihr Ehemann, der Maler Oskar Moll, eine Professur an der Kunstakademie innehatte.

Krugträgerin: Bedeutendste Werkphase

Aus Frankreich kamen auch die Anregungen zu ihrer stark stilisierten Formensprache und einer Tendenz zur formalen Analyse der Figur. Dafür war vor allem die Paris-Reise im Jahr 1928 entscheidend.Noch im gleichen Jahr schuf sie mit der Figur der Krugträgerin ein Werk, in dem deutlich wird, dass sie sich mit dem Thema Figur weniger naturalistisch, denn als reine Form im Sinne des Kubismus befasste. Geschickt brachte sie dabei die gegenläufigen Gewichte der einzelnen Partien in Balance. Die Krugträgerin gehört zur bedeutendsten Werkphase der Künstlerin.

 

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