Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Nach Raubüberfall selbst angezeigt: Gericht verurteilt 51-jährigen Mann

WÜRZBURG. Zuerst dachten die Beamten wohl an einen Scherz, als sich ein 51-jähriger Mann aus Lohr am Main am Faschingsdienstag bei der Polizei meldete. Wie bereits berichtet, sei er Täter eines Raubüberfalls und möchte sich stellen. Das Problem an der Sache: Es gab bis dahin noch keine Anzeige bei der Polizei und somit auch noch kein Opfer.

Erst als der Mann die Beamten dann aber zu seinem Opfer führte,  wurde klar, dass er ein schweres Verbrechen begangen hatte.

Mit Messer verletzt

Die 36-jährige Angestellte, als amerikanische Polizistin kostümiert, Uniform-Rock und erkennbar angeheitert, hatte der Angeklagte auf ihrem Heimweg aus einer Kneipe verfolgt, ohne dass diese etwas davon bemerkte. Als sie die Haustüre aufgeschlossen hatte, stand der Mann plötzlich hinter ihr, mit einem Messer in der Hand. Angeblich wollte er der Frau „nur“ Angst einjagen und ihr eine Stofftasche über den Kopf ziehen, um Ihr dann Bargeld und Scheckkarte zu entwenden. Die Frau hatte aber glücklicherweise stark um Hilfe geschrien, so dass der Angreifer die Flucht ergriff. Das Opfer erlitt beim Abwehren des Angriffs mit dem Messer leichte Schnittverletzungen.

Grund für sein Verhalten waren u.a. Geldschulden, der drohende Verlust seiner Wohnung und seine Arbeitslosigkeit.

Kein Unbekannter für die Justiz

Der Mann war bereits in den 80er-Jahren mit ähnlichen Verbrechen aufgefallen und auch zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren Jugendstrafe verurteilt worden.

Im aktuellen Fall verurteilte nun die Große Strafkammer des Landgerichts Würzburg gestern wegen versuchten besonders schweren Raubs und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren – ohne Bewährung. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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