Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Der Alte Bahnhof – Drei Fotos zur Geschichte

Der Alte Bahnhof von 1854

Letzten Donnerstag hatten wir ein Bild des alten, schwer beschädigten Bahnhofs aus dem Jahr 1958 bei uns auf „Würzburg erleben“ veröffentlicht. Wo heute das Mainfrankentheater steht, was der damalige Kopfbahnhof. Viele Fans fragten sich, wie der Bahnhof denn vor dem Zweiten Weltkrieg ausgesehen hat. Und wer weiß das? Willi Dürrnagel hat extra für Euch in seinem Archiv nachgesehen:

König kommt zur Eröffnung der Eisenbahnlinie SW-Wü

Am 1. Juli 1854 wurde zugleich mit der Eisenbahnlinie von Schweinfurt nach Würzburg auch der hiesige Bahnhof eingeweiht. König Max II. kam mit dem ersten Zuge in Würzburg an, wo er nach zeitgenössischen Berichten mit ungeheurer Begeisterung empfangen worden sein soll. Das schöne Fest dauerte drei Tage. Am 30. Juni versammelten sich die „Fest-Komitee-Mitglieder“ zum Empfang der Gäste im Theatergarten. Die gewichtigen Persönlichkeiten der Stadt mussten nach Schweinfurt fahren, um dort den König und den Festzug in Empfang zu nehmen.

Bahnhof und Oberpostamt

Selbst die Wohltätigkeit wurde in den Dienst der Festtage gestellt. Brot und Geld wurden unter die Armen verteilt. Die Eisenbahnarbeiter bekamen eine besondere Brotzuwendung. Am Vormittag des 1. Juli fand im Dom eine kirchliche Feier unter Entfaltung großen Prunkes statt. Als dann der König kam, war alles von Begeisterung erfüllt. Man hatte für ihn im Bahnhof ein besonderes Zelt errichtet.  Der Hauptbau des alten Bahnhofes erstand 1854 bis 1856 unter Leitung des Baurates G. Neureuther. Der Bau, der im italienischen Stil gehalten wurde, enthielt nicht nur die Räume für die Eisenbahnbehörden, sondern auch jene des Oberpostamtes.

Aber schon 1865 wurde, nachdem Würzburg seiner Eigenschaft als Festung verlustig ging, der Neue Bahnhof außerhalb der Festungsanlagen erbaut und die Bahnstrecke umgeleitet. Die übrigen Bahnhofanlagen sollen nur kurz gestreift werden. Sie lagen entlang der heutigen Ludwigstraße bis zum Festungswall an dem Ausgang dieser Straße. Naturgemäß gab es eine Güterhalle, Lokomotivhalle, Magazine und Werkstätten usw. Großartige Feste – darunter die Universitätsfeier 1882 – wurden dort abgehalten.

Stadt erwirbt Bahnhof für 380.000 Gulden

Am 18. August 1868 hatte die Stadt Würzburg die Anlage um den Preis von 380 000 Gulden erworben. Die Anlage beinhaltete die ganze Bahnhofsanlage bis zur Bahnlinie hinter dem Friedhof samt allen Gebäuden einschließlich roten Bau (Theaterstraße 23). Am 13. September 1868 traf die Genehmigung des Königs ein, am 16. September 1868 machte man eine Anzahlung von 100 000 Fl. – der „Alte Bahnhof“ war städtisch geworden.

Die Stadt Würzburg verkaufte die meisten Grundstücke und legte die Ludwigstraße an. Das Hauptgebäude blieb in ihrem Besitz. Sie vermietete die Parterreräume an den Bürgerverein. Dieser betrieb in den von ihm nicht benötigten Räumen ein Restaurant, die Theatergaststätten, welches im Jahre 1900 einging. Nach der bald darauf erfolgten Auflösung des Bürgervereins wurden die Räume vermietet. In dem 1. Stock war das Sergersche Töchterinstitut untergebracht, 1877 wurden die Zimmer für städtische Schulen verwendet. Weiter befanden sich in dem Alten Bahnhof die Bezirksfürsorgestelle, die Büros der Sozialversicherung und die Stadtbücherei. Die Ludwigshalle wurde bei größeren Festlichkeiten, bei Ausstellungen usw., verwendet.

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