Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Zwei neue ehrenamtliche Mitarbeiter für die Diözese Würzburg

Fit in Landwirtschaftlicher Familienberatung

Insgesamt 14 Teilnehmer aus den sieben bayerischen Diözesen und dem Bistum Trier haben ihre Ausbildung für die Landwirtschaftliche Familienberatung erfolgreich absolviert. Unter den Frauen und Männern, die in der Katholischen Landvolkshochschule Feuerstein bei Ebermannstadt aus den Händen von Diplom-Psychologen Hans Berwanger und Fritz Kroder, Vorsitzender des Landeskuratoriums Landwirtschaftliche Familienberatung, die Zertifikate entgegennahmen, waren auch Gerda Jonas aus Eußenheim (Landkreis Main-Spessart) und Josef Störmann-Belting aus Dipbach (Landkreis Würzburg). Sie werden zukünftig im gesamten Bistum Würzburg Familien, Paare und Einzelpersonen aus Landwirtschaft, Garten- und Weinbau bei persönlichen, familiären, betrieblichen oder finanziellen Problemen beraten. Der Leiter der Landwirtschaftlichen Familienberatung Würzburg, Landvolkseelsorger Wolfgang Scharl, überreichte Jonas und Störmann-Belting die von Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand unterzeichnete Beauftragungsurkunde.

Wichtige Grundkenntnisse für die Beratungsarbeit

Erstmalig führten das Landeskuratorium der Landwirtschaftlichen Familienberatung der Kirchen in Bayern und die Bundesarbeitsgemeinschaft Familie und Betrieb in Kooperation eine Ausbildung für ehrenamtliche Mitarbeiter durch. Nach einer anderthalbjährigen Ausbildungszeit mit über 258 Unterrichtseinheiten an acht Wochenenden sowie zehn Praxistagen schlossen die Teilnehmer ihre Ausbildung ab. Diese beinhaltete für die Beratungsarbeit wichtige Grundkenntnisse in Kommunikationstypologie nach Virginia Satir, familiensystemische Ansätze, vielerlei Fragetechniken und Methoden zur Erarbeitung von Beratungszielen sowie die besondere Verpflichtung, generationsübergreifende Familienbindungen im landwirtschaftlichen Bereich zu erkennen, zu achten und in den Beratungsprozess einzubringen.

Analyse individueller Werte

Einen wichtigen Teil nahmen auch das Erkennen eigener bevorzugter Kommunikationsmuster und eigener grundlegender Ängste ein sowie die Analyse eigener Stärken, Werte, Entwicklungsaufgaben und Lebensziele. Im Curriculum stellten die Teilnehmer ihre selbst gewählten Abschlussarbeiten vor. Themen wie „Genogrammarbeit“, „Umgang mit dem Familienbrett“, „Mediation“, „Das Innere Team“ und „Gewaltfreie Kommunikation“ fanden großes Interesse bei den Zuhörern.

Unterstützende der Familienberatung als Licht der Welt

Der bayerische Landvolkpfarrer Josef Mayer feierte einen Abschlussgottesdienst mit den Kursteilnehmern und den Stellenleitern der Landwirtschaftlichen Familienberatungen. In seiner Predigt betonte dieser: „Wenn wir heute von Seelsorge pur sprechen, dann kommen wir an Diensten wie der ländlichen oder bäuerlichen Familienberatung – wenn unser Sinnen auf Zukunft ausgerichtet ist – gar nicht vorbei. Aber wer angesichts der größer werdenden ländlichen Pfarrverbands- und Pfarreiengemeinschafts-Strukturen nicht zugleich kleinteiligere Verbindungen im Blick hat, der hat ein Grundgeheimnis Jesu – nämlich den nahen Dienst am Menschen – schon aufgegeben.“ Überall, wo dieser Blick auf den Menschen verloren gehe, komme es zu Lösungen, die weder dem Land noch den Menschen dienten, die dort leben. „Die Ausbildung, die Sie hier am Feuerstein genossen haben, dient dazu, dass das, was Gott schon in Sie hineingelegt hat, freigelegt werden kann: ‚Ihr seid das Licht der Welt!‘“ Dieser Zuspruch gelte für jeden, der beauftragt werde, um die wichtige Tätigkeit der ländlichen Familienberatung zu unterstützen.

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