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Neue Technik für mehr Sicherheit: Polizei mit moderner Messtechnik

BAYERN. 24 Menschen starben im letzten Jahr auf Bayerns Autobahnen aufgrund zu geringem Sicherheitsabstand. 2.704 Personen verletzten sich bei Verkehrsunfällen teilweise schwer. Dass die Verfolgung von Abstandsunterschreitungen und Geschwindigkeitsüberschreitungen dringend notwendig ist, zeigt ein Blick auf die Unfallstatistik deutlich.

Im Rahmen des Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms 2020 ‚Bayern mobil – sicher ans Ziel‘ wurden vor kurzem elf neue kombinierte Geschwindigkeits- und Abstandskontrollgeräte für die Bayerische Polizei angeschafft. Ein Messsystem kostet inklusive Einbau rund 170.000 Euro zzgl. Trägerfahrzeug.

Weitere Geräte sollen in den nächsten Monaten folgen. „Mit den neuen Anlagen steht Bayern nun ein hochmodernes digitales Messsystem zur Verfügung, das die bisherigen analogen Geräte ersetzt“, so Verkehrsminister Herrmann. Das System arbeitet auf Grundlage der sogenannten ‚Photogrammetrie‘. Hierzu wird der Straßenverkehr auf einem Fahrbahnabschnitt, der vorher geometrisch vermessen und markiert wurde, mit einer Videokamera von einer Brücke aus überwacht. Aus den Videobildern berechnet die Software die jeweiligen Fahrzeugpositionen und die zurückgelegten Wegstrecken.

Das hochmoderne System „Video Abstands- und Geschwindigkeitsmessung Digital“ (VAG Digital) ersetzt die bisherigen analogen Geräte und dient der effektiveren Verfolgung von Verkehrsverstößen, da es nicht nur Abstands-, sondern auch Geschwindigkeitsverstöße gleichzeitig und automatisiert erkennt. Daneben garantiert das System eine bessere Qualität der Aufnahmen und trifft bereits eine Vorselektion erkannter Verstöße, was das Auswerteverfahren beschleunigt.

 

„Die Faustformel für den erforderlichen Sicherheitsabstand lautet ‚halber Tacho in Metern'“, erläuterte Herrmann. „Bei 100 Stundenkilometern wären das mindestens 50 Meter, der Abstand zwischen zwei Leitpfosten.“ Werde der Sicherheitsabstand um ein Viertel des Tachowerts unterschritten, drohe neben dem Bußgeldverfahren auch ein Fahrverbot. „Bei schlechten Witterungsverhältnissen wie Nässe, Schnee oder Nebel sind noch größere Sicherheitsabstände notwendig“, ergänzte der Verkehrsminister.

Während die Vorschriften für Geschwindigkeitsbegrenzungen den Kraftfahrern bekannt sind, sorgen die Regeln für den richtigen Sicherheitsabstand ab und an für Zweifel. Hier gilt die einfache Faustformel „halber Tacho in Metern“. Das bedeutet, dass bei einer Fahrgeschwindigkeit von 100 km/h mindestens 50 Meter Abstand einzuhalten sind; dies entspricht genau dem Abstand zweier Leitpfosten am Fahrbahnrand der Autobahn. Bei schlechter Sicht oder ungünstigen Witterungsverhältnissen sind natürlich größere Abstände einzuhalten.

Hier könnt Ihr selbst berechnen, wie hoch die Strafen für Abstands- und Geschwindigkeitsverstöße kommen können.

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