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Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Die statistischen Daten 2013 für die katholische Kirche

Erstmals auch Zahlen der Dekanate

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat am Freitagmittag, den 18. Juli 2014, in Bonn die statistischen Daten 2013 für die katholische Kirche in Deutschland bekanntgegeben. „Die Kirche befindet sich aktuell in einem großen Veränderungsprozess. Das wird beim Blick auf die kirchliche Statistik 2013 deutlich“, sagte Bischof Dr. Friedhelm Hofmann zu den Zahlen von Taufen, Erstkommunionen, Firmungen, Trauungen, Bestattungen, Ein- und Austritten sowie Wiederaufnahmen (siehe Interview).

Vorgänge in Limburg schuld? 

Deutlich angestiegen ist die Zahl der Austritte, was vor allem an den Vorgängen in Limburg und der sich anschließenden Debatte zu den Kirchenfinanzen liegen dürfte. Im Bistum Würzburg wurden erstmals auch die Zahlen für die einzelnen Dekanate sowie ein Blick auf die Entwicklungen der Zahlen in den vergangenen zehn Jahren für das gesamte Bistum veröffentlicht. Die Informationen finden sich im Internet unter www.statistik.bistum-wuerzburg.de.

Nach DBK-Angaben lag die Zahl der Katholiken im Bistum Würzburg zum Jahresende 2013 bei 786.249 (2012: 797.270). Den Sonntagsgottesdienst besuchten durchschnittlich rund 98.000 Katholiken, 12,5 Prozent aller katholischen Gläubigen im Kiliansbistum. Getauft wurden 2013 im Bistum Würzburg 5398 Personen, etwas weniger als im Jahr 2012 mit 5515 Täuflingen. Zur Erstkommunion gingen im vergangenen Jahr 6023 Kinder (2012: 6837), gefirmt wurden 5735 Jugendliche (2012: 6646).

Weniger Trauungen, mehr Austritte

Die Zahl der Trauungen hat mit 1676 kirchlichen Eheschließungen leicht abgenommen (2012: 1781). Katholische Bestattungen gab es 8897 (2012: 9146). Aus der Kirche ausgetreten sind im Bistum Würzburg im Jahr 2013 nach DBK-Angaben 5163 Katholiken (2012: 3607). Wiederaufnahmen gab es 135 (2012: 158) und Eintritte 46 (2012: 37).

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Weiteres Signal für verbesserte Transparenz 

Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand sieht die Veröffentlichung der Zahlen aus den Dekanaten als weiteres Signal für eine Verbesserung der Transparenz im Bistum Würzburg. Gleichzeitig zeige sie, „dass wir mit den Fragen, die sich aus der Statistik ergeben, näher an den pastoralen Einheiten vor Ort sein wollen“.

Die Informationen zu den einzelnen Dekanaten böten auch die Möglichkeit, sich in den neuen Dekanatsräten intensiv damit zu befassen. Bei seinen kommenden Besuchen in den Dekanaten werde er das zur Sprache bringen, sagte Hillenbrand.

Austritt wegen Entfremdung von der Kirche

Der Generalvikar wies darauf hin, dass er den von der Kirche Ausgetretenen auch künftig deutlich signalisieren werde, dass sie von der Kirche nicht abgeschrieben seien. „Deswegen werde ich mein Gesprächsangebot aufrecht erhalten“, betonte der Generalvikar. Seit 2009 schreibt Hillenbrand alle Ausgetretenen ein Jahr nach ihrer Entscheidung an und lädt zum Gespräch ein.

Ungefähr 40 Gespräche führt er pro Jahr mit Ausgetretenen. Dabei erfahre er, dass einem Austritt oft eine jahrelange Entfremdung von der Kirche vorausgehe und ein konkretes Ereignis – wie im Jahr 2013 die Vorgänge in Limburg – das Fass zum Überlaufen brächten. Für Hillenbrand hat 2013 das Vertrauen in die finanzielle und wirtschaftliche Kompetenz der Kirche durch Vorgänge wie in Limburg deutlich Schaden genommen.

Ziel: verlorengegangenes Vertrauen wiedergewinnen 

„Wir müssen verlorengegangenes Vertrauen wiedergewinnen durch eine Offenlegung der Vermögenswerte der Diözese und mittelfristig – aufgrund der sehr diffizilen Bewertungslage – auch des Immobilienbesitzes“, betonte der Generalvikar. Sein Dank galt allen Kirchenpflegern und Kirchenverwaltungen vor Ort, die eine uneigennützige und gute Arbeit leisteten.

Knapp 30 Prozent der Bundesbürger gehörten zum Jahresende 2013 der katholischen Kirche an. Das sind 24.170.754 Bundesbürger (2012: 24.340.028). In Deutschland waren 2013 14.490 Welt- und Ordenspriester tätig (2012: 14.636). Zu den Ordensgemeinschaften mit Sitz in Deutschland zählten 18.303 Frauen und 4375 Männer.

Die Zahl der Pastoralreferenten und -assistenten hat leicht auf 3140 (2012: 3119) zugenommen, die Zahl der Gemeindereferenten sank leicht auf 4470 (2012: 4479). Die Zahl der Pfarreien und sonstigen Seelsorgestellen hat sich leicht auf 11.085 verringert (2012: 11.222).

Deutlicher Anstieg der Kirchenaustrittszahlen

Während die Zahl der Erstkommunionen bundesweit auf 191.169 (2012: 202.088) zurückging, sind die katholischen Bestattungen mit 252.344 leicht angestiegen. Die Zahl der Taufen liegt bei 164.664 (2012: 167.505), die Zahl der Trauungen bei 43.728 (2012: 47.161).

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2013 sind die Kirchenaustrittszahlen im Vergleich zum Vorjahr bundesweit deutlich angestiegen: Sie liegen bei 178.805 (2012: 118.335). Wiederaufnahmen in die katholische Kirche gab es 6980 (2012: 7185), die Zahl der Eintritte liegt bei 3062 (2012: 3091). Insgesamt über 2,6 Millionen Katholiken besuchten den Sonntagsgottesdienst, bundesweit 10,8 Prozent.

Bald gibt’s noch mehr Infos

Hinweis: Sämtliche Eckdaten des kirchlichen Lebens in den Bistümern Deutschlands finden sich unter www.dbk.de. In den nächsten Wochen erscheint darüber hinaus die Arbeitshilfe „Katholische Kirche in Deutschland. Zahlen und Fakten 2013/2014“ mit umfangreichen statistischen Angaben zum kirchlichen Leben, ehrenamtlichen Engagement sowie kulturellem Einsatz, karitativer Arbeit und finanziellem Engagement.

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