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Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Bundesamt für magische Wesen – Ja, das gibt’s!

Vampire, Orks, Elfen und Magier gesucht

Manchmal stößt man im Internet auf Dinge, von denen man erst einmal nicht weiß, was man damit anfangen soll. So geschehen letzte Woche, als einer unserer Artikel von einer Internetseite verlinkt wurde, die den Namen Bundesamt für magische Wesen trägt. Erste Reaktion auf die Seite: Ein Haufen Irrer, der wohl zu viel Zeit hat. Doch bei genauerem Hinsehen steckt in dem Auftritt Sorgfalt und Genauigkeit, die Beiträge sind sehr genau und unterhaltsam geschrieben. Das „Amt“, mit Sitz in Bonn, ist sogar in Fachreferate unterteilt und es werden Jobangebote ausgeschrieben und ja, es werden Vampire, Orks, Magier und Elfen für einen Film gesucht. Das mit dem „Haufen Irrer“ nehme ich also mit einer förmlichen Entschuldigung wieder zurück und frage genauer nach:

Autoren im Fantasy-Genre

Ulrich Hagen ist einer der Initiatoren der Seite und bringt Licht ins Dunkel meiner Unwissenheit. Beim Bundesamt für magische Wesen handelt sich um eine Autorengruppe mit etwa 130 Mitgliedern aus den verschiedensten Ländern, die sich im Fantasy-Genre verortet haben. Das selbstverständlich fiktive Bundesamt will zwischen magischen und nicht-magischen Wesen vermitteln und gängige Vorurteile aus dem Weg räumen. Soll im Klartext heißen, es soll mehr Verständnis und Neugier für das oft unterschätzte Fantasy-Genre, vor allem die deutschsprachige Fantasy-Literatur, erreicht werden. Buchvorstellungen sind eines der Hauptthemen auf der Webseite, Ulrich schreibt nebenberuflich auch selbst Fantasy-Bücher, die nicht nur sehr unterhaltsam sind, sondern auch die gehypten Fantasy-Werke ein bisschen aufs Korn nehmen.

Und nur so zur Information, der Name der Seite und auch das etwas umgeänderte Wappen sind durchaus aus den Reihen der Politik abgesegnet und angesehen. Das BAfmW erfreut sich der Unterstützung der Bundesregierung und des Bundestages, so setzte sich der Parlamentarische Staatssekretär im Justizministerium sehr für die Gründung ein.

Mit Crowdfunding zum Filmtrailer

Die Vereinigung ist nicht nur auf die Vorstellung von Büchern beschränkt, sondern geht nun auch unter die Filmemacher. Für den Film „Hobbit 3“ wird ein Trailer gedreht, für den die oben erwähnten Darsteller gesucht werden und in dem das Bundesamt vorgestellt werden soll. Finanziert werden soll das Projekt via Crowdfunding auf der Plattform Startnext. Nähere Infos und wie und vor allem warum das Projekt unterstützt werden soll gibt es hier.

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Von Steuergelder-Verschwendung und behördlicher Regelungswut

Doch das BAfmW hat außer vielen positiven Zusprüchen auch negative Erfahrungen zu spüren bekommen. Die Beschreibung des Startnext-Projektes fasst dies mit einer Erklärung ganz gut zusammen: „Wenn das Bundesamt für magische Wesen auf Messen wie der Role Play Convention präsent ist, erleben wir es immer wieder, wie ernst wir als „Behörde“ genommen werden. Es gibt Leute, die das BAfmW für eine echte Behörde halten und sich beschweren, dass dafür Steuergelder ausgegeben werden. Dabei hat uns noch kein Bericht des Bundesrechnungshofes auch nur erwähnt – welche Behörde kann das schon von sich sagen?

Die Kinder schwuler Vampire sollen Anspruch auf Tagesmutter haben

Nach Zweck und Aufgaben des Amtes gefragt, erklären wir, dass das Amt z.B. in den Ausführungsbestimmungen zum KiTa-Gesetz einen Passus einfügen ließ, wonach Kinder aus Beziehungen schwuler Vampire nicht in katholische Kitas gehen müssen, sondern Anspruch auf eine Tagesmutter haben.
Es ist Satire, auf deren Reaktionen hin die Idee entstand, in einem Trailer einerseits das Absurde solcher Szenen zu zeigen, aber auch die Kreativität zu entwickeln, um den manchmal überdrehten Anspruch behördlicher Regelungswut zu zeigen.“

Ich fühle mich durch das BAfmW auf jeden Fall auf höchstem Maße unterhalten und amüsiert, was genau der Intention der Urheber entsprechen dürfte. Es ist schön, dass sich jemand für unterschätzte und häufig nicht ernst genommene Literatursparten einsetzt und damit auch noch richtig Spaß hat. Und nun die Frage an unsere Fans, was könnte das Bundesamt für magische Wesen denn für Euch und Würzburg tun?

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