Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Dust & Diesel: 8.050 Euro Spende von Würzburg nach Mauretanien

Heizung an durch die Wüste

Christoph Henneberger und Joachim Goll fuhren vier Wochen lang im Zuge der „Dust&Diesel“-Rallye mit ihrem Mercedes 7.500 km quer durch die afrikanische Wüste. Die beiden haben Spenden gesammelt, uns aus der Wüste Bericht erstattet und nun sind sie wieder zurück, mit einer Menge neuer Erfahrungen und Erinnerungen im Gepäck.

20 bis 50 Grad 

Trotz der Temperaturschwankungen in der Wüste (über 50 Grad tagsüber, 15-20 Grad nachts) und den Anstrengungen der Rallye würden sie jederzeit wieder an der „Dust&Diesel“ teilnehmen, bei der man ein Auto bis in den Senegal fährt und es dort für den guten Zweck versteigert. Wenn die beiden an die Reise zurückdenken, dann kommt ihnen als erstes die anstrengendste Etappe der Rallye in den Sinn. Eine Wüstenetappe, bei der sie 16 Stunden lang bei 52 Grad im Auto verbrachten, zum Teil bei Geschwindigkeiten von gerade einmal 10 km/h. Die Beifahrer mussten stellenweise die Autos mit einer Schaufel über besonders hohe Sanddünen wuchten. Zu allem Überfluss fiel den beiden auch noch die Motorkühlung aus, sodass sie bei den ohnehin fast unerträglichen Temperaturen ihre Heizung anmachen mussten, um die Wärmeabfuhr zu gewährleisten. 18 Liter Wasser hat jeder der beiden Wüstenflitzer an diesem Tag getrunken.

Ein Waisenhaus mitten im Nichts

Wie aus der Pistole geschossen, konnten Christoph und Joachim beantworten, was das Highlight und der Flop der Reise waren: Der „Flop“ war Mauretanien. Die dort herrschende Armut und Hoffnungslosigkeit waren niederschmetternd. Die Menschen sehen einen nicht an und gefahren werden, konnte nur mit Polizeischutz, all dies vermittelte ihnen ein Gefühl des „ausgeliefert sein“. Vor allem der Kontrast zum gastfreundlichen Marokko war extrem.

Highlight der Reise

Das absolute Highlight waren die beiden Kinderheime, an die die 7.000 Euro, die sie im Vorfeld gesammelt hatten, und der Erlös aus der Versteigerung ihres Mercedes gingen. Mitten aus dem Nichts wurde eines der Kinderheime gebaut, in dem etwa 115-120 Kinder, denen erst einmal das Spielen mit Spielzeug beigebracht werden musste, ein Zuhause gefunden haben. Etwa 40.000 Euro jährlich kostet die Instandhaltung der beiden Heime. Diese werden mit den beiden Rallyes im Jahr hereingeholt und von der AEPN Mauretanienhilfe e. V. verwaltet.

In der Wüste verirrt und in der Nomadenhöhle gelandet

Einmal wurde Henne so richtig von der Angst gepackt. Da fuhren die zwei Abenteurer auf eigene Faust von einem Tal ins nächste. Nach fünf Kilometern landeten sie dann in einer Nomadenhöhle, die ihnen aber freundlicherweise den weiteren Weg wiesen. Generell beschrieben sie die Marokkaner als besonders freundliches und liebevolles Volk, die einen ohne jeglichen Hintergedanken jederzeit zum Tee einladen.

Bestpreis für Mickey Mercedes

Die Autos sind alle mehr oder weniger heil am Ziel angekommen. Getriebeschaden, Schaltungen und Benzinpumpen kaputt – die Autos und ihre Besitzer haben viel durchgemacht. Dank vieler fleißiger Hände, nächtlicher Reparaturaktionen und Ersatzteilbeschaffung und einem Schweißgerät, welches die ganze Rallye immer dabei war, konnte ein toller Gewinn bei der Versteigerung erzielt werden. Als der Händler, mit dem um die Autos gefeilscht wurde, Henne und Joachim erst nur 600 Euro für ihr Wüstenfahrzeug geboten hatte, waren sie regelrecht verärgert. Bei 1.050 Euro hat man sich aber schlussendlich geeinigt, damit hat der Mercedes sogar den höchsten Preis erzielt. Mit 160.000 km auf dem Buckel war ihres auch das „jüngste“ Fahrzeug, ein Wagen mit 1,2 Millionen km konnte nicht mehr so einfach versteigert werden.

Fussball-Titel für Deutschland

Das Fussballspiel gegen die Mauretanische Mannschaft konnten sie auch noch mit 3:2 für sich entscheiden und mit einem freundschaftlichen Unentschieden beim Basketball wurde die Reise abgerundet. Irgendwann würden Christoph und Joachim gerne noch einmal bei der „Dust&Diesel“ teilnehmen, die Eindrücke waren für sie einfach unvergesslich. Für Christoph geht’s im Herbst aber erst einmal nach Südamerika und für Joachim nach Grönland und weg von der Hitze.

httpvh://www.youtube.com/watch?v=HFrMEjYq6sI

Christoph Henneberger und Joachim Goll bedanken sich in diesem Sinne ganz herzlich bei allen Spendern für die Unterstützung, wodurch sie den Waisenhäusern noch einmal 7.000 Euro zusätzlich mitbringen konnten.

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