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Der Google-Löschantrag ist online

Das „Recht auf Vergessen“: Löschen von Suchergebissen

Das Internet ist allgegenwärtig und soziale Medien werden immer mächtiger – und viele von uns Usern werden sich bestimmt wünschen, dass das eine oder andere Party-Foto nicht auf Facebook aufgetaucht wäre. So manchen hat das sogar schon den Job gekostet oder Krisen anderer Art ausgelöst. Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten wie man als Person, und man muss nicht einmal unbedingt aktiver Nutzer sein, im Internet auftaucht. Aus dem Internet aber wieder „heraus zu kommen“ ist ein ganz anderes Kapitel und scheint schier unmöglich zu sein.

Dagegen geht Google jetzt mit einem OnlineFormular vor, mit dem Europäer die Löschung ungewollter Einträge in die Suchmaschine beantragen können. Hintergrund der Aktion ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs in Bezug auf das „Recht auf Vergessenwerden“ vor etwa zwei Wochen, bei dem eine Klage gegen Google und Suchmaschinen durchgegangen ist. Personen können nun die Löschung von Links mit auf sie bezogenen Daten aus den Ergebnislisten von Suchmaschinen verlangen, sofern die Inhalte die Persönlichkeitsrechte verletzen. Ein Antrag muss aber begründet und eine Kopie eines Personalausweises beigelegt werden, um einen Missbrauch zu vermeiden.

Suchmaschinen nicht mehr bloße Datenlieferanten

Dieses Recht gilt für Personen des öffentlichen Lebens nur eingeschränkt. Jede Anfrage soll aber individuell geprüft werden, dann muss eben zwischen dem „Recht auf Vergessenwerden“ und dem Recht der Öffentlichkeit auf Zugang zu Informationen abgewogen werden. Zu diesem Zwecke soll ein Beirat gebildet werden, u.a. mit Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, der den Konzern bei Entscheidungen und Problemen zur Seite stehen soll.

Eine Suchmaschine wird demnach für ihre Inhalte mitverantwortlich gemacht und ist nicht mehr nur ein Bereitsteller von Daten. Die Maßnahme bezieht sich jedoch nur auf die Suchmaschine. Nur weil der Link aus der Ergebnisliste gelöscht wird, heißt das nicht, dass der Inhalt im Web gar nicht mehr präsent ist. Die Presse zum Beispiel muss Inhalte nicht aus ihren Archiven löschen.

Google will europäischer werden

Bei Google wolle man mehr auf die europäischen Ansichten bezüglich Datenschutz und Privatsphäre achten und auf die Leute zugehen, um sich mehr in den europäischen Kontext hineinzuversetzen. So äußerte sich Google-Chef Larry Page gegenüber der „Financial Times“, wo er aber auch vor Online-Zensur warnt.

Ein Online-Formular zum Löschen von Google-Einträgen, dies scheint zumindest ein erster Schritt in Richtung mehr Sicherheit und Datenschutz im Netz zu sein. Bisher gab es kaum Möglichkeiten, einmal Veröffentlichtes, unkompliziert wieder zu löschen. Bleibt abzuwarten, wie sich der Sachverhalt in Zukunft entwickelt. Haltet ihr dieses Formular für wichtig? Braucht es mehr solcher Tools oder ist der Antrag nur ein Tropfen auf dem heißen Stein?

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