Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Zahl der Imker in Bayern stieg um 10 Prozent

Eigene Bienen liegen im Trend!

Um zehn Prozent stieg die Zahl der Imker in Bayern in den vergangenen fünf Jahren. Das teilt das Fachzentrum Bienen der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim mit. Damit leben heute in Bayern ein Drittel der deutschen Imker und Bienenvölker. Das Fachzentrum ist derzeit für rund 31.000 Imkerinnen und Imker und etwa 250.000 Bienenvölker zuständig. Alleine seit 2008 verzeichnete es einen Anstieg um 3200 neue Imker.

Damit scheinen die Jahrzehnte vorüber, in denen die Imkerei in der Öffentlichkeit ein Schattendasein fristete, hofft der Leiter des Fachzentrums Bienen, Dr. Stefan Berg. In den letzten Jahren scheine sie sich zu einer angesagten Freizeitbeschäftigung für alle Bevölkerungsschichten zu entwickeln. Dies spiegele sich auch im Engagement öffentlicher Einrichtungen wieder. Freilandmuseen, Schulen, jugendpädagogische Einrichtungen sowie Städte und Gemeinden sehen die Förderung der Bienen zunehmend als öffentliche Aufgabe und leisten wertvolle Aufklärungs- und Unterstützungsarbeit.

 Aktiver Beitrag zur Umweltverbesserung

Die Gründe für diesen Aufschwung seien vielfältig, meint Berg. Stand in der Vergangenheit die Honigproduktion im Vordergrund, so wollen heute viele Menschen einen aktiven Beitrag zur Verbesserung unserer Umwelt und zum Erhalt von Fauna und Flora leisten. Die Bestäubung der eigenen Obstbäume auf der Streuobstwiese oder der Beerensträucher im Garten werden ebenfalls oft als Beweggrund für den Beginn einer Bienenhaltung genannt.

„Die Bienenhaltung hat neben der zweifellos hohen ökologischen Bedeutung aber auch einen besonderen Erlebnis- und Erholungswert“, sagt Berg. Das Ernten, Verarbeiten, Genießen und Nutzen „selbst“ erzeugter Produkte wie Honig und Wachskerzen, liefert im Gegensatz zur oftmals virtuellen Arbeitswelt ein reales, sinnliches und vor allem befriedigendes Ergebnis. Gleichzeitig erfordert der Umgang mit den Bienen ruhiges, bedächtiges Handeln im Einklang mit Natur und Jahreszeiten – ein für viele Imker wohltuender Kontrast zum oft hektischen Berufsalltag.

 4.821 Tonnen Honig im Vorjahr geerntet

Der Lohn der Arbeit besteht in der Honigernte. Sie schwankt von Jahr zu Jahr und ist wie in allen Bereichen der Landwirtschaft auch von der Witterung abhängig. 2013 wurden in Bayern 4.821 Tonnen Honig geerntet, in Deutschland nach Berechnungen des Deutschen Imkerbundes DIB insgesamt 16.800 Tonnen. Der Bedarf an Honig ist jedoch weitaus höher. Deutschland importiert jährlich rund 80 bis 90 Tausend Tonnen bei einer Eigenerzeugung von durchschnittlich 15 bis 20 Tausend Tonnen.

Wer sich für das Hobby Imkerei interessiert, der kann sich auf der Homepage der LWG http://www.lwg.bayern.de/bienen/ kundig machen. Das Fachzentrum Bienen der LWG hält dort umfangreiche Informationen zur Bienenhaltung auch für Einsteiger bereit. Dort finden Sie auch die Adressen der staatlichen Bienenzuchtberater/innen. In Bayern gibt es in fast jedem Regierungsbezirk einen Fachmann, der Anfängern wie erfahrenen Imkern mit Rat zur Seite steht.

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