Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Circus Busch nimmt zu Tierquäler-Vorwürfen Stellung

Der Circus kommt in die Stadt!

Am Freitag, den 09.05., kommt der Zirkus in unsere schöne Stadt. Für viele Kinder, aber auch Erwachsene, ist das ein Grund zur Freude, schließlich verbinden viele von uns mit dem Zirkus schöne Erinnerungen – gemeinsame Ausflüge, Zuckerwatte und Clowns. Für andere ist der Circus eine Art Mysterium, ganze Familien, die in Wohnwägen durchs Land reisen, feuerspuckende Männer und seiltanzende Frauen, einen Circus umgibt eine immer etwas Außergewöhnliches.

Zum Thema Circus Carl Busch haben wir wieder einmal einen Gastbeitrag zugespielt bekommen. Die Organisation „Vegan World“ übt auf Facebook mit dem Satz „Mit deiner Eintrittskarte bezahlst du für Tod und Tierquälerei“ sehr harsche Kritik an Zirkussen. Hier Auszüge des Gastbeitrags:

Gastbeitrag „Vegan World“

Trotz anhaltender Kritik gehören Tiervorführungen immer noch zum Programm des Circus Carl Busch. Die Kritik darf in Anbetracht der neuen Erkenntnisse nicht verstummen, sondern muss im Gegenteil noch lauter und schärfer erfolgen. Nach Aussage der Organisation PETA führt der Zirkus 2014 sogar verhaltensgestörte Elefanten mit.

Die Verstöße der Vergangenheit und die Fortführung der Haltung und Zurschaustellung von Tieren – dabei auch das Mitführen verhaltensgestörter Elefanten –  zeigen uns, dass bei der Zirkusleitung kein Respekt vor dem Leben herrscht.

Bereits 2012 war der Circus Carl Busch zu Gast in Würzburg. Vor gut zwei Jahren wurden dem Veterinäramt durch die Organisation PETA Belege vorgelegt, die zeigen, dass es beim Circus Carl Busch „permanent Verstöße gegen die behördlichen Mindestanforderungen bei der Elefantenhaltung gibt“. Peta hat auf seiner Internetseite bis heute die „Kritik am Gastspiel des Circus Carl Busch in Würzburg“ aus 2012 verfügbar. Wir fordern die Haltungsbedingungen der Tiere im Circus Carl Busch erneut zu überprüfen und bei Verstößen, die entsprechenden Konsequenzen durchzusetzen.“

Die Organisation fordert desweiteren die sofortige Beendigung der Tierhaltung im Zirkus und Abgabe der Tiere an geeignete Einrichtungen, die sofortige Beendigung von Dressuren, das sofortige Einstellen unzeitgemäßer Tiervorführungen und das Verbot für Zirkusgastspiele mit Tiervorführungen deutschlandweit.

Was ist dran? – Amtstierärzte bestätigen hervorragende Haltung

Obwohl dies nur einige Auszüge aus dem Gastvortrag sind, sind die Vorwürfe sehr harsch gewählt. Desweiteren wurden die Plakate des Zirkus in der ganzen Stadt mit Aufklebern „Abgesagt wegen Tierquälerei“ zugepflastert. Aus diesem Grund haben wir selbst recherchiert und überdies bei der Pressestelle des Circus Carl Busch angefragt und eine ausführliche Antwort bekommen.

Solche Plakataktionen seien laut Pressesprecher Reto Hütter Usus, damit soll dem Zirkus einfach nur geschadet werden. Die Amtstierärzte bestätigen dem Circus Carl Busch eine hervorragende Haltung der Tiere. Die Auflagen für Zirkustiere sind sehr scharf und bei jedem Gastspiel werden die Tiere von Amtsveterinären untersucht, oft auch unangekündigt.

Als der Zirkus vor 2 Jahren schon einmal in Würzburg zu Gast war, gab es gleich zwei Untersuchungen, eine angekündigt und eine unangekündigt – zu keinem Zeitpunkt wurde die Tierhaltung beanstandet. Wir werden informiert, dass jedes Tier einen Ausweis hat und es ein deutschlandweites Register für Amtsärzte gibt, in dem alle Zirkusunternehmer aufgeführt sind. Wäre die Tierhaltung beim Circus Carl Busch wirklich widrig, dann wäre es dem Zirkus gar nicht mehr erlaubt, Tiere zu halten.

Philosophien vertreten ja, rüde Handlungsweisen nein

Der Pressesprecher zeigt sich verständnisvoll gegenüber Philosophien wie Veganismus, es ist gut, dass man darauf achtet was man isst und seine Philosophie vertritt. Jedoch würden die Methoden immer wüster: Plakate werden überklebt, Löcher ins Zelt geschnitten, die Zirkuswägen beschmiert und zum Teil werden sogar Tiere „freigelassen“. Extremistische Organisationen wollen sich nicht unterhalten, sondern provozieren.

Dabei habe sich bei der Haltung der Tiere in den letzten Jahren so viel verändert und davon kann sich auch jeder persönlich überzeugen. Im Winter sind alle Tiere in einem Quartier in Dürrwangen-Haslach untergebracht, das Areal ist wie ein kleiner Tierpark mit eigenem Waldstück. Auch während der Auftritt-Saison werden nicht immer alle Tiere mitgenommen, die Tiere haben immer wieder Auftrittspausen. Käfige und Raubtiere werden nicht mehr mitgeführt. Der Zirkus kauft auch keine Wildtiere mehr, wenn der jetzige Bestand stirbt, werden auch keine Tiere mehr nachkommen. Die Zirkustiere könnten in der freien Wildbahn auch nicht mehr überleben, sie sind an das Leben und die Auftritte gewöhnt und werden gehegt, gepflegt und vor allem auch gefordert.

Tiere als Teil der Familie

Die Tiere des Circus Carl Busch, darunter zwei Elefanten, sind ein Teil der Zirkusfamilie und würden auch so behandelt, dafür wird auch viel Geld investiert. Beispielsweise sind zwei Pfleger nur für die Elefanten zuständig. Die Tiere werden auch nicht mehr großartig dressiert und müssen längst nicht mehr Tricks vorstellen, wie etwa ein Elefant der einen Kopfstand macht.

Ob ein Zirkus nun zeitgemäß ist oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Jedoch scheinen die Auflagen für einen Zirkus in Deutschland dafür zu sorgen, dass widrige Tierhaltung auch geahndet wird und beim Circus Carl Busch scheint das nicht der Fall zu sein. In Deutschland ist die Wildtierhaltung im Zirkus weiterhin erlaubt. Wie es mit dem Überkleben von Plakaten und dem Vandalismus am Eigentum von Zirkussen aussieht, ist wiederum eine ganz andere Frage.

Der Circus Carl Busch gastiert von 09. bis 19.Mai auf der Talavera, Vorstellungen finden täglich statt (meistens gibt’s eine Nachmittags- und Abendvorstellung). Weitere Infos und Tickets findet Ihr auf der Seite des Circus Carl Busch.

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