Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Wie zuverlässig sind die Würzburger DHL-Zusteller?

Gelber Zettel im Briefkasten statt Paket in der Hand 

Kennt Ihr das nicht auch? Man wartet sehnsüchtig auf eine Bestellung und anstatt das Paket in der Hand zu halten, findet man diese gelbe Benachrichtigungskarte, auf der die Poststelle vermerkt ist, zu der man nun reisen muss, um frühestens am Folgetag die Sendung in Empfang zu nehmen. Auf diesem gelben Zettel ist ebenfalls vermerkt, zu welcher Uhrzeit der Paketzusteller vor Ort war und geklingelt hat bzw. geklingelt haben soll und niemanden antraf.

Würzburger diskutieren auf Facebook

Genau diese Situationen wird aktuell in der Gruppe Fair-Teiler Würzburg auf Facebook vielfach geschildert. Man beruft sich auf eigene und Erfahrungen aus dem näheren Freundeskreis.  Die Vorwürfe betroffener Gruppenmitglieder aus den verschiedenen Würzburger Stadtteilen (u. a. Altstadt, Sanderau, Zellerau, Grombühl) sowie dem Umland sind vielfältig: Teilweise werde bei ihnen gar nicht geklingelt oder nur so kurz, dass der Benachrichtigungszettel, der laut einigen Nutzern teilweise fast wie automatisiert gedruckt zu werden scheint, schneller im Briefkasten ist als der Paketempfänger an der Haustüre sein könne. In einigen Fällen sei nicht einmal der besagte gelbe Zettel im Briefkasten vorzufinden gewesen.

Viele Würzburger sind verärgert. Eine Nutzerin schreibt: „Als ich in wü im Erdgeschoss gewohnt hatte klingelte der faule sack immer bei mir und hat alle Pakete bei mir abgeben wollen weil er zu faul war in den 4. Stock zu tragen. Unmöglich sowas!!!! Hab irgendwann nicht mehr aufgemacht!“ Was die Facebook-Userin beschreibt, spräche zumindest dafür, dass der Zusteller selbst offensichtlich doch ein Interesse daran hat, Pakete persönlich zu übergeben.

Bis zur Haustüre ist Pflicht

Nachdem Würzburg erleben auf die Diskussion im Netz aufmerksam wurde, bat man die Pressestelle der DHL um eine kurze Stellungnahme. Pressesprecher Alexander Böhm antwortet prompt per Telefon. „Natürlich ist nicht auszuschließen, dass es tatsächlich solche Vorfälle gibt, aber in der Regel bedeutet es für den Auslieferer selbst mehr Aufwand, die Pakete zu den einzelnen Abholstellen zu bringen, als die Pakete sofort zuzustellen.“

Prinzipiell ist der Zusteller verpflichtet, die Sendungen bis zur Haustüre zu bringen. Er müsse aber auch Sorge dafür tragen, dass das Paket beim richtigen Empfänger abgegeben wird, so Böhm. Falls er sich bezüglich des Empfängers nicht sicher sein kann, da beispielsweise kein Schild an der Klingel angebracht ist, darf er das Paket nicht ausliefern und muss eine Mitteilung hinterlassen.

DHL bittet um konstruktives Feedback

Wer wiederholt eine Benachrichtigung bekommt, obwohl er zu Hause gewesen ist, kann sich unter der Telefonnummer 0228-28609898 beim Kundenservice der DHL melden. Dort werden Beschwerden zentral aufgenommen und an die entsprechenden Regionalstellen weitergeben. Über die Sendungsnummer können die Fahrer identifiziert werden, sodass bei Häufung von Unregelmäßigkeiten auch die obere Ebene eingeschalten wird.

„Bier mit Zusteller trinken“

Den Aussagen einiger Mitglieder der Facebook-Gruppe „Fair-Teiler Würzburg“ nach nehme die DHL derartige Beschwerden durchaus ernst, sodass ein Teil der Betroffenen sich auch verständnisvoll gegenüber den Vorwürfen an den Zustelldienst äußert. Einige wenige Gruppenmitglieder sehen das „Vielleicht-Faulheits-Problem“ der Zusteller ganz gelassen.

Ein Nutzer beispielsweise schlägt der Community vor, „mal selber shoppen zu gehen, um die Zusteller zu entlasten.“ Eine andere Nutzerin habe sich sogar vorgenommen, „den Burschen für ihren Knochenjob immer mal ein Trinkgeld zu geben. Dann bringen sie Dir sicher auch gerne alles nach oben.“ Ein anderer wäre sogar bereit, sich mit dem Zusteller auf ein Bier zu treffen, um zu erfahren, was bei der Zustellung schief läuft.

 

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