Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Frankens Weinberge in Gefahr

Erdraupen richten immensen Schaden an

Erdraupen verbringen den Tag in einem sicheren Versteck unter der Erde und laben sich dort an Pflanzenwurzeln. Nachts jedoch kriechen die Raupen des Eulenfalters die Rebstämme empor, fressen die jungen Rebtriebe ab und höhlen die Knospen aus. Und der Hunger dieser gefräßigen Würmer ist beeindruckend: pro Nacht können sie drei bis vier Knospen ausfressen, durch einen Bestatz von bis zu 400 Tieren je Hektar ergibt sich daraus ein enormes Gefahrenpotenzial für den späteren Traubenertrag.

Für Gewöhnlich treten Befallsherde stark abgegrenzt auf. Weinberge, deren Böden mit großen Mengen Stroh oder Mulch abgedeckt wurden, sind dabei besonders gefährdet. Vermutlich der extrem milde Winter hat in diesem Jahr jedoch zu einem flächigem Auftreten in allen Weinbergslagen geführt – unabhängig von Bodenpflegesystem und Rebsorte.

350 Raupen in einer Nacht

Bei der Bekämpfung ist quasi Feuer am Dach, denn in jeder versäumten Nacht fressen die Raupen weiter in den Rebbeständen. Die Bestände sind daher unbedingt und zeitnah zu kontrollieren. Als einzige wirksame Maßnahme gilt derzeit das nächtliche manuelle Absammeln mit Taschenlampen. Die Raupen sind mit 4-6 cm Länge im Lichtschein gut zu erkennen und lassen sich bei Berührung fallen. „Alleine letzte Nacht haben wir 350 Raupen abgesammelt!“, berichtet Thomas Schenk vom Winzerhof am Spielberg aus Randersacker. Oft sind neben Eulenraupen auch der Rhombenspanner vorhanden, der jedoch bedeutend schwerer zu erkennen ist.

„Hier ist wirklich schnelles Handeln angesagt!“, betont der Geisenheimabsolvent und Vorsitzender des AK JungwinzerFranken in der Bayrischen Jungbauernschaft Thomas Schenk.

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