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Zahlreicher Notrufmissbrauch: Polizei ermittelt 18-Jährigen Täter

Zahlreiche Großeinsätze ausgelöst

GEMÜNDEN AM MAIN. Nach einer Serie von Notrufmissbräuchen, die zum Teil einen Großeinsatz von Feuerwehr, Rettungsdienst und der Polizei hervorgerufen hatten, hat die Gemündener Polizei jetzt einen Tatverdächtigen ermittelt. Der 18-Jährige hat unter der erdrückenden Beweislast bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt. Gegen den jungen Mann wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Missbrauchs von Notrufen eingeleitet. Begonnen hatte die Serie der falschen Notrufe am 23. November des vergangenen Jahres. Dabei wollte jemand Brandgeruch am Bahnhof in Gemünden wahrgenommen haben und hatte daraufhin einen Notruf abgesetzt. Allerdings konnten die Einsatzkräfte nichts feststellen, was auf ein Feuer hindeutete.

Teilweise mit 100 Einsatzkräften vor Ort

Am 27. Februar lief erneut ein Notruf bei der Polizei ein. Diesmal ging es um einen Unfall am Bahnhof. Auch hier stellte sich heraus, dass diese Mitteilung jeglicher Grundlage entbehrte. Ähnlich gelagert waren Notrufe über angebliche Brände am 16. März und am 23. März. Der letzte Anruf kam am 6. April aus einer Telefonzelle. Erneut teilte ein Unbekannter ein Feuer diesmal in der Friedensstraße mit. Aber auch in diesem Fall war weit und breit von einem Brand zu sehen.

Die Anrufe hatten zum Teil dazu geführt, dass ein Großaufgebot von Feuerwehren und Rettungsdienst im Einsatz war. Allein bei dem angeblichen Brand in einem Gemündener Seniorenheim am 16. März waren über 100 Feuerwehrleute, drei Rettungsfahrzeuge sowie zwei Notärzte und die Polizei angerückt.

Tonbandaufzeichnungen abgeglichen

Im Laufe der Ermittlungen hinsichtlich des Notrufmissbrauchs, die von der Polizeistation Gemünden geführt wurden, geriet ein 18-Jähriger immer mehr in das Visier der Ermittler. Nachdem sich der Tatverdacht auch nach dem Anhören der Tonbandaufzeichnungen der Notrufe konkretisiert hatte, traf eine Streifenbesatzung der sachbearbeitenden Dienststelle den jungen Mann aus dem Landkreis Main-Spessart am Donnerstagabend im Stadtgebiet von Gemünden an.

Der Tatverdächtige musste die Beamten zur Dienststelle begleiten, wo er ein umfassendes Geständnis ablegte, nachdem er mit den Beweismitteln konfrontiert worden war. Das Motiv dürfte darin liegen, dass der 18-Jährige den Aufmarsch von Rettungsdienst und Feuerwehr als besondere Faszination empfand. Wie sich herausstellte, hatte sich der Heranwachsende auch jeweils an den Orten aufgehalten, wo es aufgrund seiner Mitteilungen zu entsprechenden Einsätzen gekommen war.

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