Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

„Aufarbeitung vorangeschritten“ – Dr. Klaus Laubenthal über Opfer sexuellen Missbrauchs im Bistum Würzburg

Professor Dr. Klaus Laubenthal, Ansprechpartner in der Diözese Würzburg für Opfer sexuellen Missbrauchs, legt Jahresbilanz 2013/2014 vor – Vier Vorwürfe, davon drei gegen bereits verstorbene Kleriker.

Die Zahl der Vorwürfe wegen sexualbezogener Missbrauchshandlungen und wegen Grenzüberschreitungen unterhalb der Schwelle der Strafbarkeit ist im zurückliegenden Jahr im Bistum Würzburg weiter zurückgegangen. Insgesamt wurden in der Zeit seit 2. März 2013 an Professor Dr. Klaus Laubenthal, Ansprechpartner in der Diözese Würzburg für Opfer sexuellen Missbrauchs, vier Vorwürfe übermittelt, drei davon gegen bereits verstorbene Kleriker. 2012/2013 waren es insgesamt neun Vorwürfe, 2011/2012 14 Vorwürfe, 2010/2011 62 Vorwürfe.

Deutlicher Rückgang der Vorwürfe

„Der deutliche Rückgang der Vorwürfe zeigt, dass die Aufarbeitung im Bistum Würzburg in den vergangenen Jahren vorangeschritten ist und offensichtlich die Vorgänge im Wesentlichen dem Missbrauchsbeauftragten zur Kenntnis gegeben worden sind“, sagte Laubenthal am Mittwoch, 19. März, in Würzburg. „Man kann die Bewältigung der Missbrauchsproblematik im Bistum Würzburg durchaus als gelungen bezeichnen.“ Die vierte Jahresbilanz seiner Tätigkeit übermittelte Laubenthal an Bischof Dr. Friedhelm Hofmann und Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand.

Im zurückliegenden Jahr bezogen sich zwei Anschuldigungen wegen sexualbezogener Missbrauchshandlungen auf bereits verstorbene Priester, ein Vorwurf wurde gegen einen bereits verstorbenen Ordensmann erhoben. Der vierte Vorwurf gegen einen ehrenamtlichen Mitarbeiter in der kirchlichen Jugendarbeit betraf eine Grenzverletzung unterhalb der Schwelle der Strafbarkeit. Der Missbrauchsbeauftragte begrüßte, dass die wissenschaftliche Aufarbeitung des Komplexes sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland fortgeführt werden soll.

Laubenthal ist als Missbrauchsbeauftragter nach den Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz zuständig für die Entgegennahme von Vorwürfen sexueller Übergriffe auf Minderjährige im strafrechtlichen Sinn. Darüber hinaus heißt es in den kirchlichen Vorschriften, dass bereits Grenzüberschreitungen im Vorfeld der Strafbarkeit zu prüfen sind. Seit 2011 ist er außerdem zuständig für die Entgegennahme von Anträgen auf finanzielle Leistungen in Anerkennung des Leids Betroffener. Mittlerweile haben elf Personen, die als Minderjährige durch Priester oder andere kirchliche Mitarbeiter sexuell missbraucht worden sind, eine finanzielle Leistung erhalten. Insgesamt zahlte die Diözese Würzburg bislang 50.000 Euro, die nicht aus Kirchensteuermitteln entnommen wurden. Betroffene können Antragsformulare im Generalvikariat, Bischöfliches Ordinariat Würzburg, Domerschulstraße 2, 97070 Würzburg, anfordern. Die ausgefüllten Formulare sind dann an den Missbrauchsbeauftragten Professor Dr. Klaus Laubenthal (persönlich/vertraulich), Domerschulstraße 16, 97070 Würzburg, zu senden.

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