Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Über 500 neue Parkplätze am Uniklinikum

1377593_10151880374110829_684023075_n-1Für Patienten, Besucher und Klinikmitarbeiter des Uniklinikums Würzburg heißt es bald: Aufatmen. Denn laut einem Bericht der Mainpost entsteht am Zentrum für operative Medizin (ZOM) bis 2015 ein neues Parkhaus.

528 neue Stellplätze sollen es durch ein neues viergeschössiges Parkhaus an ZOM und ZIM geben. Denn die rund 2.000 vorhandenen Parkplätze platzen aus allen Nähten. Vor allem zwischen 9 Uhr und der Mittagszeit geht auf dem Parkplatz nichts mehr – und das, obwohl laut Wolfgang Roth, dem Leiter des Geschäftsbereichs Wirtschaft und Versorgung, der Parkplatz ausschließlich von Mitarbeitern, Besuchern und Patienten genutzt wird. Bereits ein provisorischer Parkplatz muss helfen, das Kontingent an Autos zu bewältigen. Auf dem Gelände des provisorischen Parkplatz soll auch das Parkhaus entstehen.

Klinik muss fünf Millionen Euro selbst tragen

Da der Freistaat den Bau weiterer Parkplätze aber nicht finanzieren möchte, nimmt die Uniklinik die Planung nun selbst in die Hand. Fünf Millionen Euro sind notwendig, um das viergeschössige Parkhaus zu bauen. Getragen aus Eigenmitteln des Klinikums. Durch den Neubau erhofft sich die Klinikleitung eine Entspannung des täglichen Parkkollapses. Und das, obwohl während der Bauzeit weitere Parkplätze wegfallen: „Es ist richtig, dass während der Bauzeit von rund einem Jahr 80 – 100 Parkplätze wegfallen werden. Das ist sicher unvermeidbar. Viel dramatischer wäre allerdings die Parksituation, wenn der Bau später begänne und zeitgleich mit dem Straßenbahnbau und den baulichen Erschließungsmaßnahmen der Kopfklinik durchgeführt würde. Dann fielen nämlich 300 – 400 Parkplätze weg. Darum müssen wir das kleinere Übel für ein Jahr mit der Aussicht auf eine langfristige Verbesserung billigend in Kauf nehmen und hoffen dass dies auch von Patienten, Besuchern und unserem Personal so akzeptiert wird“, sagt Roth auf Nachfrage von Würzburg erleben.

Neue Straßenbahnlinie verschärft Situation

Die Erwartungen zur Verlängerung der Straßenbahnlinie 5 bis zum Klinikum sind groß. Doch der Bau der Linie verschärft die Situation vor Ort nochmals. Rund 100 Parkplätze werden bis zum Abschluss des Projekts 2017 wegfallen, weitere 150 durch den Neubau der Kopfklinik. Erst nach Fertigstellung der Straba-Erweiterung könne mit dauerhafter Entspannung gerechnet werden. Denn dann rechnet das Klinikum, dass viele der Besucher und Mitarbeiter mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen werden.

Verkehrsclub Deutschland kritisiert Baupläne

Der  Kreisverband des Verkehrsclub Deutschland (VCD) Mainfranken-Rhön e.V. kritisiert gleichzeitig die Pläne zum Bau eines Parkhauses am ZIM/ZOM der Universität: „Das ist kein modernes Mobilitätsmanagement“, so Aljoscha Labeille vom Vorstand des VCD. „Es ist paradox, dass die Klinikleitung als Antwort auf die täglichen Blechlawinen durch Mitarbeiter die Lösung tatsächlich darin sieht, das Autofahren durch den Bau eines Parkhauses wieder attraktiver zu machen.“, so Labeille weiter. Der VCD Mainfranken-Rhön bevorschlagt Jobtickets für die Mitarbeiter, damit zukünftig die öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden können.

Lösung für lediglich drei Jahre sinnvoll?

2015 soll das Parkhaus fertig sein, 2018 bereits die Straßenbahnlinie bis zum Klinikum selbst. Da stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit: Ist die fünf Millionen Euro teure Ausgabe rentabel für leichte Entspannung über nur drei Jahre gesehen? „Von den rund 2000 Parkplatzen befinden sich rund 300 Parkplätze auf zwei angemieteten Flächen. Sollte sich der Bedarf an Parkflächen durch ein attraktives Angebot des ÖPNV verringern, dann können die derzeitigen Anmietungen der Parkflächen kurzfristig beendet werden. Dies wiederum würde dann zu einem noch wirtschaftlicheren Ergebnis führen.  Die Investition ist auch auf lange Sicht gesehen,  wirtschaftlich in jedem Fall sinnvoll und bedarfsgerecht geplant“, schätzt Jung.

Bau soll im Sommer starten

Jetzt muss erst das Baugenehmigungs- und Ausschreibungsverfahren erfolgreich anlaufen. Kommt es dann zu keinen unvorhergesehenen Hindernissen kann im Spätsommer 2014 mit dem Bau begonnen werden.

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