Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Würzburgs unbekannter Heiliger: Makarius in der Marienkapelle

Am Donnerstag, 23. Januar, wird der Gedenktag des seligen Abtes Makarius (1090-1153) begangen, eines der Würzburger Stadtpatrone. Makarius war Gründer des Schottenklosters; sein Grab befindet sich in der Marienkapelle am Markt. Dort feiert Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand, der auch Rektor dieser Kirche ist, um 7.30 Uhr einen Festgottesdienst, an dessen Ende der Einzelsegen mit dem Makarius-Reliquiar erteilt wird.

Makarius erster Abt des Schottenklosters in Würzburg

Makarius wurde um 1090 in Irland geboren. Von 1139 bis 1153 war er der erste Abt des neu gegründeten Schottenklosters Sankt Jakob in Würzburg. An der Stelle des damaligen Klosters befindet sich heute die Don-Bosco-Kirche. Makarius zählte durch seine Kenntnisse in Theologie und Bibelwissenschaft zu den gelehrtesten Persönlichkeiten im damaligen Würzburg. Gleichzeitig hatte er ein Herz für die Nöte und Anliegen des Volkes und war als Ratgeber sehr gefragt. Schon zu Lebzeiten verbanden sich zahlreiche Legenden mit seiner Person.

Wunder: Wein zu Wasser

Auf die bekannteste dieser Legenden spielt die Grabplatte des Seligen in der Würzburger Marienkapelle an: Bischof Embricho habe Makarius bei einem

Festmahl aufgefordert, trotz seines Abstinenzgelübdes von dem kredenzten Wein zu kosten. Auf das intensive Gebet von Makarius hin sei der Wein zu Wasser geworden. Bald nach seinem Tod verehrten die Würzburger Makarius als einen ihrer Stadtpatrone. Er wurde vor allem bei Kopfleiden und Fiebererkrankungen angerufen. Sein Grab befand sich jahrhundertelang in der Schottenkirche. Nach der Profanierung der Klosterkirche 1818 wurden die sterblichen Überreste des Seligen in die Marienkapelle am Markt verlegt.

Hilfe bei Kopfleiden und Fiebererkrankungen

Durch die Zerstörung des Gotteshauses im Zweiten Weltkrieg und das Verschwinden der Reliquien brach die Verehrung des Seligen nach 1945 ab. Erst 1975 wurden die Reliquien in dem zerschmolzenen Reliquienschrein wieder aufgefunden. Der Großteil wird seit 1992 in einem neuen Silberschrein auf dem Altar an der Stirnwand des südlichen Seitenschiffs der Marienkapelle aufbewahrt. Vor dem Altar befindet sich die 1615 gefertigte Grabplatte des seligen Makarius. Wenige Reliquien wurden 1992 nicht in den Schrein der Marienkapelle gegeben, sondern im Bischofshaus aufbewahrt, um sie beispielsweise für Altarweihen auch an andere Pfarreien zu übergeben.

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