Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Studierende sind mit Wohnheimen zufrieden

Laut einer aktuellen Befragung sind die Studierenden, die ein Zimmer in einem der insgesamt 20 Häuser des Würzburger Studentenwerkes bewohnen, weitestgehend mit ihrer Bleibe zufrieden. Beim Ausbau des Angebots des Studentenwerks sollen die Ergebnisse der Studie eine Rolle spielen.

Über 1.000 Studienteilnehmer

Für die Studie haben Studierende von Jürgen Rauh, Professor für Sozialgeographie an der Uni Würzburg, alle Bewohner der Wohnheime in Aschaffenburg, Bamberg und Würzburg per E-Mail angeschrieben. „Wir hatten eine Rücklaufquote von 35 Prozent, was sehr positiv ist. 1.270 von insgesamt 3.606 Bewohnern haben teilgenommen“, sagte Florian Link, der bei Professor Rauh beschäftigt ist und die Ergebnisse der Studie bei einem Pressegespräch Ende Dezember 2013 vorstellte. In einem standardisierten Fragebogen wurde unter anderem nach den Vor- und Nachteilen von Wohnheimen gefragt. Zudem fragten die Wissenschaftler Ideen zur Verbesserung der Wohnsituation ab und beispielsweise, ob der Bewohner das Wohnheim weiterempfehlen würde.

Geringverdiener in den Wohnheimen

Das Einkommen der Bewohner lag bei 22 Prozent der Befragten bei weniger als 400 Euro im Monat, sieben Prozent haben mehr als 700 Euro. „Die große Mitte liegt also dazwischen. Da die Wohnheime versuchen, die finanziell eher schwächeren Gruppen anzuziehen, ist das auch ein plausibles Ergebnis“, erklärte Link. Der Vergleich mit einer Befragung aus dem Jahr 2009 unter Studierenden, die in der Stadt in privat gemieteten Objekten wohnten, zeige, dass die einkommensstarken Gruppen in der Stadt wohnen. Über deren Zufriedenheit konnte Link jedoch keine Aussagen treffen. „Ein Zimmer im Wohnheim kostet im Durchschnitt unter 300 Euro warm“, sagte Frank Tegtmeier zur Einordnung. Er ist beim Studentenwerk zuständig für die Wohnheime. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei etwa 23 Jahren, etwa ein Drittel gab an, BAföG zu beziehen.

Mietpreis und Lage als Wohnheimsvorteil

„Die Studierenden nannten als Haupt-Vorteile den Mietpreis und die Lage der Wohnheime“, erklärte Link. Weitere wichtige Punkte seien die Gemeinschaft und Gesellschaft in den Unterkünften. Als größter Nachteil wurde die Lautstärke in den Wohnheimen empfunden. Zwei Drittel der Studierenden gab an, sich oft durch Lärm belästigt zu fühlen. Die Ursachen dafür wurden nicht abgefragt. Link vermutete hier den Lärm, den Besucher und Bewohner selbst verursachten. „Das ist immer wieder mal Anlass für Beschwerden“, berichtete Tegtmeier aus dem Dialog mit den Studierenden.

Weitgehende Zufriedenheit

„Insgesamt sind neun von zehn Befragten mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis zufrieden oder aber voll zufrieden und würden aufgrund der gemachten Erfahrungen auch wieder in ein Wohnheim ziehen“, sagte Link. Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer gaben den Wunsch an, noch länger als für die Maximaldauer von sechs Semestern oder auch über das Ende der Förderungshöchstdauer gemäß BAföG hinaus in dem Wohnheim wohnen zu wollen. „Jedes Wohnheim hat natürlich seine Stärken und Schwächen. Insgesamt herrscht aber große Zufriedenheit“, sagte Link.

Bei der Einrichtung der Zimmer zeigten sich die Studierenden wenig anspruchsvoll. Schreibtisch und Stuhl seien wichtig, aber „Elektronik wie etwa Fernseher und Computer ist den meisten nicht wichtig. Wahrscheinlich, weil sie da ihre eigenen Geräte mitbringen“, sagte Link. Pflanzen, Geschirr und Besteck seien zudem überhaupt nicht erwünscht.

Räume für Projekt- und Gruppenarbeit erwünscht

„Im Bereich der Gemeinschaftsräume war für uns überraschend, dass viele angaben, diese gar nicht zu kennen. Hier wäre ein Schluss, den man aus der Befragung ziehen sollte, dass man darauf bei der Einführung besser hinweisen könnte“, sagte Link.

Professor Rauh merkte an, dass sich viele Studierende gemeinschaftliche Arbeits- oder Konferenzräume wünschten. „Es ändert sich die Art des Studierens. In Puncto Vernetzung mit den mobilen Kommunikationsmitteln, aber auch das vermehrte Arbeiten in Gruppen und Projekten“, sagte Rauh und ergänzte: „Dadurch gewinnt auch die Wohnung oder das Wohnheim als Arbeitsort an Bedeutung.“

Mehr als 300 neue Plätze in Planung und Ausbau

Was von der Befragung bleibt? „Die Ergebnisse werden mit den einzelnen Hausmeistern und den Tutoren vor Ort durchgesprochen. Wir wollen uns ja verbessern. Daher werden wir auch genauer hinschauen, welche Ursache der Lärm wirklich hat“, sagte Michael Ullrich, Geschäftsführer des Studentenwerks. Weiterhin wies Ullrich auf den Ausbau der Wohnheimplätze in 2014 hin: „In Würzburg planen wir 154 Plätze, die ab Frühjahr 2014 im Bereich des Campus Nord entstehen sollen. In Bamberg werden 99 Plätze entstehen und in Aschaffenburg werden wir 30 Plätze fertigstellen und planen weitere 100.“

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