Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Blinde Sanitäterin rettet Leben

„Jeder Mensch ist wertvoll und sollte nach Möglichkeiten suchen, andere zu beschenken“, sagt die Sanitäterin Bettina Wirth. Wie wertvoll auch Menschen sind die mit einer Behinderung leben, zeigt sie jeden Tag eindrucksvoll bei Ihrer Arbeit als Sanitäterin des Roten Kreuzes. Bettina Wirth unterscheidet ein kleines Detail zu Ihren Kollegen, was für mache fast nicht zu glauben ist: Sie ist Blind.

Status „außergewöhnlich“

Bettina_Wirth_4Bettina Wirth ist eine von 800 aktiven ehrenamtlichen Sanitätern der Bereitschaften des Würzburger BRK. Ihre vor Weihnachten mit sehr gutem Erfolg abgeschlossene Sanitätsausbildung ist Beleg für ihre Fachkompetenz und Motivation. Was die 45-jährige beim Roten Kreuz aber wirklich den Status „außergewöhnlich“ verdienen lässt: Sie ist mit einem Restsehwert von 2% die erste blinde Aktive in den Reihen der ehrenamtlichen Ortsgruppe Würzburg.

Mit 11 Jahren wurde bei Bettina Wirth die Sehbehinderung erstmals diagnostiziert. Die Ursache der progressiven Erkrankung wird im Nachhinein in einem nicht erkannten Scharlach vermutet, an dem sie als 6jährige erkrankt ist. „Ich habe als Kind die beginnende Einschränkung meines Sehvermögens gut kompensiert, sodass sie nicht früher aufgefallen ist“, weiß Bettina Wirth heute.

Blind ist nicht gleich Blind

Bettina Wirths Augen liefern ihr Bilder vom Rand ihres Gesichtsfeldes, d.h. sie muss ihre Augen ständig bewegen um das Umfeld zu erfassen. „Blind ist nicht gleich blind“, weiß inzwischen auch BRK-Kreisbereitschaftsleiter (KBL) Stefan Schwarz. „Bettina gleicht mit ihrem beeindruckenden Gedächtnis und ihrem sehr sensiblen Gehör die Sehbehinderung super aus“. So bewegt sich die 45-jährige Helferin nach einer kurzen Einarbeitung seitdem bei Blutspendeterminen sicher in den Räumen des BRK in der Zeppelinstraße. Im Team mit fünf Kollegen werden Brötchen geschmiert, Erfrischungen ausgegeben und Verwaltungsarbeiten erledigt. „Neue Helfer merken gar nicht, dass Bettina schwer sehbehindert ist.“, so Schwarz.

Tolle Kameradschaft mit anderen Ehrenamtlichen

Selbst fühlt sich die Rotkreuzlerin Wirth in der Bereitschaft Würzburg „voll akzeptiert und pudelwohl“. Die tolle Kameradschaft mit anderen Ehrenamtlichen motiviere sie, sich jetzt freiwillig auch bei Sanitätsdiensten und Alarmierungen der Schnelleinsatzgruppen Verpflegung und Betreuung zu engagieren. „Einen Druckverband kann ich auch schon blind anlegen“, meint Bettina Wirth mit ihrem ganz besonderen Humor. „Niemand braucht aber Sorge haben, dass ich einen Rettungswagen lenken werde“, ergänzt Wirth mit Augenzwinkern.

Bettina Wirth will anderen Menschen mit Behinderungen Mut machen sich sozial zu engagieren. „Jeder Mensch ist wertvoll und sollte nach Möglichkeiten suchen, andere zu beschenken. Das gilt für Menschen ohne Behinderungen ebenso wie für Menschen mit Einschränkungen aller Art“.

 

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