Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Tierheim Würzburg rettet rumänische Hunde vor Schlachtung

Auf der Straße liegt ein toter Schäferhundmischling. Sein weißes Fussfell ist rot vom vielen Blut, das bei seiner Schlachtung floss. Neben ihm liegen zwei weitere Mischlingshunde. Auch sie sind tot, gestorben durch die Hand einfacher rumänischer Bürger. Dieses grausame Foto ist im Würzburger Tierheim zu sehen. Mit dem Hinweis: „Bis zu 250 Lai (Anm. d. Red. ca. 60 Euro) bekommen rumänische Bürger für einen getöteten Hund.“ Seit einigen Monaten werden in Rumänien in einer Säuberungsaktion Straßenhunde getötet. Bei Monatsgehältern von rund 150 Euro stellt das Töten eines streunenden Hundes eine finanziell lohnenswerte Aufbesserung der Geldbörsen für das von Armut geprägte Volk des Landes dar.

Im Januar zwölf Hunde gerettet

Bereits vor knapp einem halben Jahr investierte das Tierheim in Würzburg aus einem eigens angelegten Spendentopf tausende Euro, um zwölf Hunde aus dem Krisengebiet zu retten. Weitere zwölf Hunde kamen jetzt im Januar 2014 dazu. Die neuen Hunde, alle zwischen fünf und sechs Monate alt, befinden sich noch in strenger Quarantäne. „Wir müssen die Hunde laut Gesetzgeber erst einmal in Quarantäne behalten, denn wir wissen nicht, welche Krankheiten sie mitbringen“, betont die Ehrenvorsitzende des Tiervereins, Elisabeth Haasmann.

Bereits zehn Hunde vermittelt

Von den ersten zwölf geretteten Hunden sind bereits Zehn vermittelt, erklärt Haasmann stolz. In einer finanziell und organisatorisch aufwändigen Aktion kauft das Tierheim die bedrohten Hunde aus Rumänien. Von Tierärzten und Tierpensionen, die die Hunde von den Schlächtern bereits gerettet haben. „Auch die Tierfreunde vor Ort haben kein Geld. Wo ein Hund beispielsweise anfangs noch 150 Euro gekostet hat, zahlen wir jetzt schon 250 Euro. Die Tierärzte werden teurer, die Pensionen auch.“ Die Hunde kommen nach der Auslösung per Transporter von den Auffangstationen in Rumänien nach Würzburg. Hier geht es direkt ins Quarantänehaus. Auch für das Tierheim eine echte Ausnahmesituation, bestätigt Haasmann: „Das ist auch für uns ein Schnitt ins normale Leben, denn das Quarantänehaus ist für unsere Hunde aus der Region dann nicht nutzbar.“

Weiterer Hundetransport geplant

Ab kommender Woche sollen laut Elisabeth Haasmann die ersten Hunde des neuen Transports vermittelbar sein. Dann stehen auch die Türen des Quarantänehauses im Tierheim offen für neue Hunde, wohl bald auch wieder aus Rumänien. Denn noch ein letztes Mal wollen die Würzburger Tierretter zwölf Hunde in Rumänien auslösen. Insgesamt 36 Hunde wären dann durch die Tierschützer der Region in Sicherheit gebracht worden. An den Rettungsaktionen verdient das Tierheim kein Geld. „Wir haben eine eigene Buchhaltung und alles, was nicht direkt für die Rettung der Hunde nach Würzburg ausgegeben wird, läuft an Projekte vor Ort. Bereits acht Hilfsorganisationen haben wir unterstützt“, sagt Haasmann.

Neuer Krisenherd: Bosnien

Eine ähnliche Situation wie in Rumänien kündigt sich in Bosnien an. Auch hier soll es laut einem der größten Tierheimunterstützer in Würzburg, Norbert Dessloch, zu Säuberungsaktionen auf den Straßen kommen. Noch gebe es keine Meldungen aus Bosnien, sagt Elisabeth Haasmann. „Ich kann ihnen aber versichern, dass wir nach der Rettung der Rumänienhunde nicht stoppen“. Es warten bereits neue Projekte, um Tieren zu helfen. Haasmann sagt deshalb: „Tierschutz endet nicht an der deutschen Grenzen. Und wo wir helfen können, helfen wir auch.“

Spendenkonto: Nr. 44 99 Stichwort „Rumänien“ Sparkasse Mainfranken (BLZ 790 500 00)

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