Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Tötungsdelikt in geschlossener Abteilung

In der geschlossenen Abteilung des Bezirkskrankenhauses Lohr am Main ist in der Nacht zum vergangenen Mittwoch ein Patient Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Der 53-Jährige war in einer Blutlache liegend aufgefunden worden. Zunächst hatte alles auf ein Sturzgeschehen hingedeutet. Erst bei einer von der Staatsanwaltschaft Würzburg beantragten und richterlich angeordneten Obduktion stellte sich zwei Tage später heraus, dass der Mann getötet worden war. Noch am Freitag hat die Kriminalpolizei Würzburg einen weiteren Patienten als dringend Tatverdächtigen ermittelt.

Blaulicht2Starke Kopfverletzungen

Die Mitteilung aus dem Bezirkskrankenhaus, dass dort ein Mann tot aufgefunden wurde, war wenige Minuten nach 03:00 Uhr bei der Polizei eingegangen. Der 53-Jährige lag am Boden des Raucherraums und hatte eine stark blutende Kopfverletzung. Zunächst gab es keine Hinweise, die für eine Fremd- bzw. Gewalteinwirkung sprachen. Vielmehr deutete zunächst vieles darauf hin, dass der Mann aus noch unbekannter Ursache gestürzt war und sich dabei tödliche Verletzungen zugezogen hatte.

Obduktion der Leiche angeordnet 

In die laufenden Ermittlungen wurde auch die Staatsanwaltschaft Würzburg eingeschaltet. Auf deren Antrag hin wurde die Leiche am Freitag obduziert. Dabei stellte sich heraus, dass der 53-Jährige durch Einwirkung von stumpfer Gewalt gegen den Kopf getötet worden war. Daraufhin übernahmen Beamte des zuständigen Fachkommissariats der Kripo Würzburg in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Würzburg die weiteren Ermittlungen wegen eines Tötungsdelikts.

Mann gesteht Tat

Die Sachbearbeitung gestaltete sich schwierig, da in der Nacht zum Mittwoch zahlreiche Personen in der geschlossenen Abteilung des Bezirkskrankenhauses untergebracht waren. Auf richterliche Anordnung wurde die gesamte geschlossene Abteilung durchsucht und die überprüft. Bei ihrer Arbeit erhielten die Kripobeamten die volle Unterstützung der Klinikleitung. Noch am Freitag kristallisierte sich ein 41-Jähriger als dringend Tatverdächtiger heraus. Der Beschuldigte, der seit 2. Dezember auf Weisung eines Richters in der geschlossenen Abteilung des Bezirkskrankenhauses untergebracht ist, gab dann auch bereits in seiner ersten Vernehmung zu, den 53-Jährigen getötet zu haben. Zum Motiv liegen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor.

Der Tatverdächtige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft im Laufe des Montags dem Ermittlungsrichter in Würzburg vorgeführt. Dabei wurde gegen den 41-Jährigen ein Unterbringungsbefehl erlassen. Der Mann wurde anschließend in die forensische Abteilung des Bezirkskrankenhauses Lohr am Main eingeliefert.

 

 

 

 

 

 

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