Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Ungewöhnlicher Tatnachweis: Jointfilter mit Visitenkarte der Polizei

Bei ihren Ermittlungen kommt der Polizei in der Regel der Umstand zugute, dass sich die Beamten gerade beim Inspizieren von Beweismitteln besonders genau umschauen. So geschehen auch am Mittwochabend im Landkreis Miltenberg, als unmittelbar vor einer Fahrzeugkontrolle ein Joint aus einem Autofenster flog. Es stellte sich dann heraus, dass ein 22-Jähriger bei der Herstellung des Joints ausgerechnet Teile einer Visitenkarte der Obernburger Polizei verwendet hatte. Der restliche Teil wurde bei der Durchsuchung des jungen Mannes aufgefunden. Da half dann alles Leugnen nichts.

Marihuanageruch im Auto

Eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Obernburg war um 22:15 Uhr in Sulzbach am Main auf ein Auto aufmerksam geworden, dessen Insassen man für überprüfungswürdig hielt. Offenbar hatte der Fahrer aber das Vorhaben der Beamten mitbekommen. Hastig lenkte er seinen VW-Golf daraufhin von der Bahnhofstraße in die Hintere Dorfstraße, wo er dann aber gestoppt wurde.

 

Zerissene Visitenkarte im Auto entdeckt

Bei der Kontrolle schlug den Beamten aus dem Fahrzeuginnern deutlicher Marihuanageruch entgegen. Ein Polizist entdeckte schließlich auf dem Boden direkt unterhalb der Beifahrertüre einen Joint. Von den drei Insassen wollte damit natürlich keiner etwas zu tun haben. Daraufhin wurden alle Personen und das Fahrzeug durchsucht, wobei auch ein Rauschgifthund der Polizei hinzugezogen wurde. Dabei wurde bei einem 22-Jährigen ein Teil sichergestellt, das letztendlich zu dem entscheidenden Beweismittel werden sollte. Die Beamten entdeckten nämlich eine zerrissene Visitenkarte der Polizeiinspektion Obernburg. Kurze Zeit später war die Überraschung perfekt: Der fehlende Teil dieser Visitenkarte war tatsächlich zur Herstellung des aufgefundenen Joints verwendet worden.

Nachdem nun feststand, wie der Joint hergestellt wurde und welche Teile dafür Verwendung fanden, wird jetzt gegen den jungen Mann aus dem Landkreis Miltenberg Anzeige wegen eines Verstoßes nach dem Betäubungsmittelgesetz erstattet. Dem 22-Jährigen wurde letztendlich der Umstand zum Verhängnis, dass er für die Herstellung des Jointfilters ausgerechnet die äußerst verräterische Visitenkarte der Polizei zweckentfremdete.

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