Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

"Wirtschaft trifft Wissenschaft 2.0" – Kooperation zwischen Uni und IHK

„Wertschöpfung in Mainfranken – Globale Trends, regionale Auswirkungen“ war das Thema von „Wirtschaft trifft Wissenschaft 2.0“ – einer Kooperationsveranstaltung der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der IHK Würzburg-Schweinfurt.

Professor Dr. Ralf Jahn, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt eröffnete die Veranstaltung mit einem Blick auf die aktuelle wirtschaftliche Lage in Mainfranken. „Die regionale Wirtschaft zeigt einen erfreulichen Aufwärtstrend. Der Optimismus, der sich bereits in der IHK-Konjunkturumfrage im Frühjahr angedeutet hat, ist voll in der Realwirtschaft angekommen.“, berichtete Jahn. Er warnte aber angesichts des globalen Umfelds auch vor Risiken für die Konjunktur. Dazu gehören Unsicherheiten in Fragen der zukünftigen Wirtschafts- und Steuerpolitik, die Verfügbarkeit von bezahlbarer Energie und Rohstoffen und der Fachkräftemangel.

Damit Mainfranken weiter wettbewerbsfähig bleibe, müsse der aktive Wissenstransfer zwischen
Wirtschaft und Wissenschaft weiter intensiviert werden. „Für die IHK ist die Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft sehr wichtig, was sich nicht nur an der heutigen Kooperationsveranstaltung zeigt, sondern auch in den Förderpreisen der mainfränkischen Wirtschaft und dem TGZ-Neubau, der am Würzburger Hubland Ausgründungen aus Universität und Hochschule erleichtern soll.“

Globale Trends – regionale Herausforderungen

„In Würzburg einsteigen, in Shanghai aussteigen.“ Unter dieser Überschrift erläuterte Reinhard Kretschmer, Mitglied der Geschäftsführung der Firma Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG, zuständig für den Geschäftsbereich Motoren, die Chancen, die internationale Geschäfte einem regional ansässigen und global ausgerichteten Automobilzulieferer bieten. Er gab einen ausführlichen Ausblick auf die Entwicklungen und Trends in der Automobilbranche in den kommenden Jahren. Dazu gehören für Kretschmer die hohe Dynamik des Automobilmarktes, eine signifikante Verschiebung nach Asien – während in Europa die PKW-Neuzulassungen seit 2006 um ein Viertel zurückgegangen sind, sind sie in China pro Jahr um 17 Prozent gewachsen, die Modellvielfalt und Plattformentwicklung bei den Automobilherstellern. Auch gesetzliche Vorgaben, zum Beispiel beim Kohlendioxid, beschleunigen den Technologiewandel. Brose sei laut Kretschmer gut aufgestellt, um auf die Herausforderungen und Veränderungen im automotive Bereich zu reagieren.

Im Mittelpunkt des anschließenden Vortrags von Professor Dr. Axel Winkelmann, Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaft und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg, stand das Thema „Neue Formen der (immateriellen) Infrastruktur“. Der Wirtschaftsinformatiker zeigte dabei, welche weitreichenden Konsequenzen die digitale Evolution auf Produktionsprozesse und Geschäftsmodelle vieler Branchen haben könnte. „Die Digitalisierung dreidimensionaler Objekte führt zu Problemen im  Einzelhandel und mit der 3D-Druck-Technologie, „drucken wir Pizza, Kekse und Schokolade““, so Winkelmann.

Info: „Wirtschaft trifft Wissenschaft“

„Wirtschaft trifft Wissenschaft“, so heißt das 2012 etablierte Kooperationsformat der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Würzburg und der IHK Würzburg-Schweinfurt. Ziel des Formates sind gemeinsame Projekte und Publikumsveranstaltungen zum Austausch von Wirtschaft und Wissenschaft. Im Rahmen der jährlichen Veranstaltungsreihe wird ein aktuelles regionalwirtschaftliches Thema anhand von Expertenvorträgen beleuchtet und diskutiert. Die Veranstaltung fungiert als Dialogplattform für Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik
sowie für den regionalen akademischen Fachkräftenachwuchs.

 

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