Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Zeitumstellung – Die innere Uhr

TurmUhrIn der Nacht von Samstag auf Sonntag, genauer: um 3.00 Uhr am Sonntagmorgen, war es wieder soweit: Die Uhren wurden von der Sommer- auf die Winterzeit umgestellt und der Zeiger somit eine Stunde zurück gedreht. Auch wenn die Gewöhnung an die „Normalzeit“ im Herbst meist leichter fällt als der neue Rhythmus, der im Frühjahr mit der Sommerzeit kommt. Aber woran liegt es eigentlich, dass sich viele Menschen nach der Zeitumstellung so schlapp fühlen?

Innere Uhr der Taufliege erlaubt Schlüsse auf Rhythmus beim Menschen

Wissenschaftler der Universität Würzburg forschen an der inneren Uhr.„Chrono-Biologen untersuchen, wie sich die Umwelt auf die innere Uhr auswirkt, wie diese Uhr funktioniert und wie sie den Organismus beeinflusst“, sagt Dirk Rieger vom Lehrstuhl für Neurobiologie und Genetik am Biozentrum der Universität Würzburg.

Von Lerchen und Eulen

Dass es im Herbst oft weniger anstrengend ist, sich an die neuen Zeiten zu gewöhnen, hängt damit zusammen, dass der Tag für viele Menschen „gefühlt“ so oder so keine 24 Stunden hat. „Hauptsächlich durch Befragungen hat man herausgefunden, dass der Durchschnitt der Bevölkerung eine innere Uhr besitzt, deren Tempo etwas langsamer ist“, sagt Rieger. Wird der Tag bei der Umstellung auf die Normalzeit einmalig 25 Stunden lang, empfinden die meisten Menschen dies als nicht so gravierend.

 „Die Personen, bei denen die innere Uhr sowieso schneller läuft – wir nennen sie auch „Lerchen“ – sind einfach noch ein wenig früher wach als die anderen, die wir „Eulen“ nennen“, sagt Rieger.

„Problematisch wird es jedoch im Frühjahr für die Eulen: Sie haben dann schon mit den für sie eigentlich zu kurzen Tagen zu kämpfen und einmalig nur 23 Stunden zur Verfügung“, sagt Rieger. Die Lerchen können sich leichter auf den kürzeren Tagesbeginn einstellen.

Beim „sozialen Jet-Lag“ hilft die Sonne

Um die negativen Auswirkungen der Umstellung auf Körper und Seele möglichst gering zu halten, hat Rieger eine klare Empfehlung. „Licht ist der wichtigste Faktor, über den die innere Uhr an die Umwelt gekoppelt ist. Daher helfen Aktivitäten im Freien sehr gut.“ Das gilt auch für wolkige Herbsttage: Hier ist laut Rieger die Lichtintensität trotz grauen Himmels deutlich größer als an einem „normal beleuchteten“ Arbeitsplatz im Büro.

Da der Mini-Jet-Lag bei den Menschen von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen vorgegeben ist, sprechen die Forscher auch von einem „sozialen Jet-Lag“: „Die Umstellung auf Sommer- und Winterzeit folgt ja einer politischen Entscheidung und ist – wie betrieblich geregelte Arbeitszeiten – nicht natürlichen Ursprungs“, sagt Rieger. Die Zeit verändert sich nicht – lediglich die Uhren werden umgestellt.

 

 

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