Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Küchenumbau an der Uniklinik kostet 1,7 Mio. Euro

Das Universitätsklinikum Würzburg hat in den letzten drei Jahren seine Krankenhausküche aufwändig umgebaut und modernisiert. Ob bei Wirtschaftlichkeit, Logistik, Qualität, Ergonomie oder Hygiene: Die insgesamt mehr als 1,7 Millionen Euro teuren Maßnahmen stellen sicher, dass hier auch in Zukunft täglich annähernd 4.000 Gerichte gemäß den hohen klinikspezifischen Anforderungen produziert werden können.

Die Krankenhausküche des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) ist in einem denkmalgeschütztem, in seiner Baugrundsubstanz annähernd 100 Jahre alten Gebäudekomplex untergebracht. „Mit einer jetzt abgeschlossenen, dreijährige Umbau-, Modernisierungs- und Neustrukturierungsmaßnahme haben wir diese wichtige Versorgungseinrichtung unter vielen Gesichtspunkten fit gemacht für die kommende Jahre und Jahrzehnte“, freut sich Anja Simon, die Kaufmännische Direktorin des Universitätsklinikums Würzburg.

Sparsame und umweltfreundliche Technik

Zum Beispiel ökonomisch-ökologisch: Es wurden eine neue Bandspülstraße im Wert von rund 500.000 Euro sowie eine neue Topfspülmaschine angeschafft. „Die neuen Geräte sind besonders energie- und wassersparend, so dass in Zukunft sowohl die Umwelt, wie auch die Finanzen des Klinikums geschont werden“, unterstreicht die Direktorin.

Weiterhin war der Umbau mit weitreichenden strukturellen Verbesserungen verbunden. „Wir haben jetzt eine noch klarere Trennung von reinen und unreinen Bereichen“, berichtet Katja Zeitler, die Küchenleiterin der Krankenhausgroßküche. Die unreinen Bereiche – also überall dort, wo es um Tätigkeiten wie An- und Abtransport, Lagern, Spülen oder Entsorgen geht ‑ sind nun durch einen roten Fußboden gekennzeichnet. Personal- und Warenschleusen separieren sie von den reinen Bereichen – den Räumen, in denen Essen zubereitet oder portioniert wird. Hier sind die Fußböden grau.

Aufwändige Logistik

„Früher war der Anlieferbereich des Küchengebäudes ein logistisch problematischer Verkehrsknotenpunkt, an dem sich Waren, Essen und Personal gekreuzt haben“, schildert Katja Zeitler. „Mit dem Umbau haben wir neue Wege geschaffen, die die unfallträchtigen Situationen vollkommen entschärfen sowie reine von unreinen Waren- und Personenflüssen trennen.“ So betreten heute die insgesamt rund 120 Beschäftigten das Gebäude über einen separaten Zugang. Um die täglichen Produktionsabläufe weiter zu optimieren, wurde außerdem nahe bei den Küchenräumen ein 45 m2 großes Tageskühlhaus eingebaut.

Bei allen modernisierten Bereichen legten die Planer besonderen Wert auf eine Oberflächengestaltung nach aktuellsten Hygienestandards. Dazu zählen zum Beispiel Wände mit Großformat-Fliesen und Böden mit Epoxidharz-Beschichtung. Aus Hygieneüberlegungen wurde auch in der Diätküche ein Bereich speziell für die Portionierung einer besonders keimreduzierte Kost abgetrennt, wie sie zum Beispiel für Patienten nach einer Stammzellentransplantation wichtig ist.

Erschwerte Arbeitsbedingungen

Zum durchgeführten Maßnahmenkatalog zählen ferner die Zusammenlegung der zuvor auf mehrere Gebäudetrakte verteilten Umkleiden des Küchenpersonals in einer zentralen Umkleide und der Austausch der Entwässerungsleitungen unter der Bodenplatte der Diätküche. Als vorerst letzte Baumaßnahme wurden die Wände, Decken und Böden des Trockenlagers im Untergeschoss des Gebäudekomplexes renoviert.

„Unser Anspruch bei allen diesen Maßnahmen war es, vorbildliche Lösungen und Top-Standards zu realisieren“, sagt Wolfgang Roth, Leiter des Geschäftsbereichs Wirtschaft und Versorgung am UKW. „Darauf, dass uns dies gelungen ist, sind wir schon ein bisschen stolz. Eine besondere Anerkennung verdient das gesamte Küchenteam, das während der Umbauphase unter erschwerten Arbeitsbedingungen im Vollbetrieb und ohne Qualitätseinbußen weiterproduziert hat.“

Zertifizierung läuft

Die Küchenleitung plant, noch in diesem Jahr die EU-Zulassung für den Küchenbereich des Universitätsklinikums bei der Stadt Würzburg zu beantragen. „Damit wäre die Küche des UKW die erste Krankenhausküche in Würzburg, die sich durch dieses Qualitätsmerkmal auszeichnet“, verdeutlicht Katja Zeitler.

Für das Jahr 2014 wird außerdem die Zertifizierung der Küche nach den Anforderungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung angestrebt. Die Vorbereitungsphase dazu läuft bereits.

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