Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Platz'scher Garten: Manipulations-Vorwürfe gegen Bauträger

Der Bürgerentscheid über den Platz’schen Garten im Würzburger Frauenland im April diesen Jahres verfehlte knapp das Ziel der Anwohner: Die Bebauung des Geländes konnte nicht verhindert werden. Einige Bürger haben damit das Kapitel aber nicht abgeschlossen und wollen nun den Stadtrat sowie den Bauausschuss der Stadt Würzburg davon überzeugen, gegen die Beschlussvorlagen zu stimmen. Sie werfen der Baufirma und dem Bauamt Manipulation vor.

„Scheinplan der Baufirma und des Investors“

Die Einwendungen, die von den Anwohnern an das Bauamt gesendet wurden und uns in Kopie vorliegen, seien bis heute unbeantwortet geblieben. Jetzt wenden sich Anwohner und Immobilienbesitzer  direkt an die Mitglieder des Stadtrates, um diese von ihrem Vorhaben zu überzeugen. Hierbei führen sie eine Vielzahl an Argumenten auf: Umweltschutz und Lärmbelästigung (Würzburg erleben berichtete). Neu allerdings ist dieser Vorwurf: die den Stadträten vorgelegten Unterlagen seien „Scheinpläne“.

Auf den Plakaten, die das Bauvorhaben darstellen, seien nicht die vom Bauträger beworbenen Studentenwohnungen, sondern nun Luxusappartments und Arztpraxen zu sehen, so einer der Beschwerdeführer Rainer Ahlborn.

Die Anwohner sind der Meinung, dass dies nicht nur absichtlich falsche Versprechen im Vorfeld des Bürgerentscheids waren, sondern die neue Nutzung auch dem Zweck der Gemeinbedarfsfläche widersprechen würde. Denn der Platz’sche Garten würde noch zum Ringpark gehören und somit dem „öffentlichen Wohl“ dienen. Das Gelände sei eine Gemeinbedarfsfläche, die „ausdrücklich nur die Errichtung von Bildungseinrichtungen erlaubt“. Und in der Konsequenz dem Vorhaben der Baufirma widerspreche.

Anwohner: „Falsche Versprechen“

 

Des Weiteren verdeutlichen die Anwohner eine weitere vermeintliche Täuschung der Firma Riedel Bau anhand von zwei Bildern: das eine zeigt ein Plakat der Baufirma von der ursprünglich geplanten Umsetzung des Vorhabens (links). Das andere ist der eingereichte Bauantrag (rechts). Der Schriftzug auf dem Plakat „Alter Baumbestand wird erhalten“ stünde im Widerspruch zu dem Bauantrag, auf dem zu erkennen ist, dass auf dieser Fläche Stellplätze entstehen sollen. „Es ist offensichtlich, dass hier seitens des Investors eine massive Täuschung von Öffentlichkeit, Stadtrat und Verwaltung betrieben wird, um aus dem Areal eine maximale Rendite zu erwirtschaften“, so ein Anwohner in einem Appell an den Stadtrat.

Bauauusschuß berät über Anträge

Am heutigen Dienstag berät der Bau- und Ordnungsausschuss der Stadt Würzburg über zwei Anträge zu Umbau und Nutzungsänderungen, die Bestandsgebäude auf dem Areal St. Benedikt (Platz’scher Garten) betreffen und berücksichtigen hierbei das Ergebnis des Bürgerentscheides sowie die Einwände der Anwohner und der „Interessengemeinschaft Paradiesgarten“.
In der Bauausschuss-Sitzung ergab sich, dass man zuerst wissen wolle, wieviel Parkplätze insgesamt auf dem Gelände entstehen sollen, bevor man weiter über die Anträge berät. Die nächste Sitzung findet am 5. November statt.

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