Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Streit um Einsatzgruppe LUPUS – Polizei will "Bürgerwehr" stoppen

Seit einigen Wochen schon patrouillieren sie Nachts vor Diskotheken und in der Innenstadt. Es sind keine Polizeibeamten, auch keine Sicherheitsleute von gewerblichen Wachdiensten. Es handelt sich um den privaten Zusammenschluss von Freiwilligen, die Einsatzgruppe Lupus.

LUPUS: „Wir helfen in der Not“

Der LUPUS-Verantwortliche sagt über sein Team: „Wir sind ein kleiner Verein, der sich aus mehreren Wachleuten und Angehörigen von Rettungsdiensten gegründet hat, dessen Ziel es ist, Zivilcourage zu zeigen, und so Gewalt und Vandalismus für die Täter zu erschweren. Auch in medizinischen Notfällen überbrücken wir die Zeit bis zum Eintreffen des Krankenwagens mit umfangreicher Ausrüstung. Die Bestreifung des Stadtgebietes erfolgt freiwillig und während der Freizeit.“ Wichtig für das LUPUS Team: „Wir machen das, um in unserer Freizeit Menschen in Not aktiv zu helfen“. LUPUS betont zudem, dass die Einsatzgruppe Rambos und Hilfssheriffs strikt ablehne. Deshalb seien derzeit auch nicht viele Freiwillige regelmäßig auf Streife.

 

httpvh://www.youtube.com/watch?v=YNj-Ur3m55Y&edit=vd

Video von LUPUS Einsatz beim Mainfrankentheater

Polizei: Verdacht auf Straftaten

Die Polizei bezeichnet die Gruppe als „weder erforderlich, noch zielführend, sondern vielmehr kontraproduktiv.“ Sie stellt in einer Stellungnahme uns gegenüber unmissverständlich klar: „Ausschließlich die Polizei gewährleistet die öffentliche Sicherheit und Ordnung gemeinsam mit anderen Sicherheitsbehörden.“ Weiter heißt es:

„Die Mitglieder bewegen sich selbst zumindest an der Schwelle zu strafbarem Handeln – wir ermitteln wegen des Verdachts mehrerer Straftaten.“

Die Mitglieder der Gruppe gefährden darüber hinaus nicht nur sich selbst, sondern unter Umständen auch die Gesundheit von Unbeteiligten.

Polizei: LUPUS hat nichts mit Zivilcourage zu tun 

Das Handeln der Gruppe hat nichts mit vorbildlichem bürgerlichen Engagement in Form von Zivilcourage zu tun! Die sogenannten „Jedermannrechte“, nach denen z. B. ein flüchtiger unbekannter Straftäter von jedem Bürger verfolgt und festgenommen werden kann, sind keine Befugnisse, sondern für Notfälle gedacht und nicht für die gezielte Suche nach angeblichen Ordnungsstörungen oder Straftaten!

 

Bürger sollen sich bei Auftreten der Gruppe melden

Die Polizei bittet zudem alle Bürgerinnen und Bürger, die von einem Einschreiten der Gruppenmitglieder betroffen waren, sich bei ihr zu melden. Wer konkret von den Mitgliedern angegangen wird, rufe bitte die Polizei über Notruf 110. Die Polizei macht klar: „Diese Personen haben keinerlei polizeiliche Eingriffsrechte, geschweige denn die für ein angemessenes und professionelles Einschreiten erforderliche Ausbildung. Sie bewegen sich vielmehr selbst zumindest an der Schwelle zu einem strafbaren Verhalten und das insbesondere, wenn sie Gewalt in welcher Form auch immer anwenden.“

 

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