Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Erfolgreiche Ermittlungen und Festnahme des Autobahnschützen – Dankschreiben an zweier Würzburger Kripobeamte

WÜRZBURG. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde haben in der vergangenen Woche zwei Beamte der Kriminalpolizei Würzburg ein Dankschreiben des Präsidenten des Bundeskriminalamtes Jörg Ziercke erhalten. Überreicht wurde es Erstem Kriminalhauptkommissar (EKHK) Hans-Jürgen Kämmer und Kriminalhauptkommissar (KHK) Bernd Fischer durch die unterfränkische Polizeipräsidentin Liliane Matthes. In dem Schreiben brachte Präsident Ziercke zum Ausdruck, dass die beiden Würzburger Kripobeamten maßgeblichen Anteil daran hatten, dass einer der herausragendsten Fälle der deutschen Kriminalgeschichte, eine bundesweite Serie mit Schüssen auf Autotransporter, aufgeklärt werden konnte.

Seit 2008 waren im gesamten Bundesgebiet und benachbarten Ausland bereits zahlreiche Schüsse auf Autotransporter abgegeben worden. Am 10.11.2009 wurde eine Autofahrerin auf der A3 kurz vor der Rastanlage Würzburg-Süd von einem Projektil im Hals getroffen. Die 43-Jährige kam daraufhin mit ihrem Fahrzeug von der Fahrbahn ab. Dies war im Rahmen der Serie der erste Fall, bei dem eine Person erheblich verletzt wurde.

Das Bayerische Innenministerium beauftragte daraufhin das Polizeipräsidium Unterfranken mit der bayernweiten Koordination der Ermittlungen. Bei der Kriminalpolizei Würzburg wurde daraufhin die Sonderkommission (Soko) BAB eingerichtet, bei der EKHK Hans-Jürgen Kämmer und KHK Bernd Fischer von Anfang an mitarbeiteten. Obwohl die zahlreichen Zeugenbefragungen wichtige Erkenntnisse ergeben hatten, konnte man den Täter zunächst nicht ermitteln.

Allerdings hatte man für spätere Ermittlungen wichtige Erkenntnisse gewonnen. So kam man zu dem Ergebnis, dass der Pkw aus dem Gegenverkehr und von erhöhter Position mit einer Waffe, Kaliber 22, aus beschossen worden sein musste. Schusswinkelbestimmungen und Weg-Zeit-Berechnungen wurden durchgeführt und tausende von Überprüfungen vorgenommen. Nachdem man in der Sache nicht weiter kam, wurde die SoKo BAB am 31.01.2011 aufgelöst. KHK Bernd Fischer ermittelte jedoch mit großem Engagement weiter, wann immer sich neue Ermittlungsansätze ergaben.

Im September 2012 nahm der Fall dann eine Wende. Nachdem der Täter mittlerweile mit Kaliber 9mm auf Autotransporter schoss, war eine neue Dimension erreicht. Beim Bundeskriminalamt wurde eine Besondere Aufbauorganisation (BAO), die BAO-SO-Transporter, eingerichtet, um die Ermittlungen bundesweit zu koordinieren, nachdem fünf Bundesländer betroffen waren.

Als besonders wichtig erwiesen sich die durch die SoKo BAB in Unterfranken gewonnenen Erkenntnisse, auf welche die BAO-SO-Transporter aufbauen konnte. Nach nur neun Monaten wurde der Täter am 23.06.2013 festgenommen und dem Ermittlungsrichter in Würzburg vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Dass es dazu kam, war unzweifelhaft ein Verdienst der durch alle Mitglieder der SoKo BAB geleisteten Vorarbeit und der großen Einsatzbereitschaft der beiden zum BKA entsandten unterfränkischen Kripobeamten. Schlüssel zum Erfolg war laut Aussage von KHK Bernd Fischer und EKHK Hans-Jürgen Kämmer aber auch die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Kriminalpolizei und Verkehrspolizei.

In dem Dankschreiben ließ der Präsident des Bundeskriminalamtes Jörg Ziercke verlauten, dass die beiden Beamten der unterfränkischen Polizei einen hohen Beitrag geleistet hätten, um unter der Führung des Bundeskriminalamtes und Einbindung mehrerer Bundesländer nach nur neun Monaten intensiver Ermittlungen die seit dem Jahr 2008 andauernde bundesweite Beschussserie auf Autobahnen, erfolgreich aufzuklären.

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