Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

So wenig Katholiken wie zuletzt 1946 – Kirchenstatistik für das Bistum

Würzburg (POW) Im Bistum Würzburg lag die Zahl der Katholiken nach Angaben der Deutsche Bischofskonferenz (DBK) zum Jahresende 2012 bei nur noch 797.270. Damit ist sie auf den niedrigsten Wert seit 1946 gefallen. Damals hatten nach dem Zweiten Weltkrieg 793.473 Katholiken im Bistum gewohnt. Noch vor einem Jahr, zum 1. Januar 2012, zählte das Bistum Würzburg 805.878 Katholiken. In den 1970er Jahren lag die Zahl fast durchgängig bei rund 950.000 Katholiken.

Der Regierungsbezirk Unterfranken, der nahezu deckungsgleich mit dem Bistum Würzburg ist, zählte nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung zum 30. Juni 2012 genau 1.313.942 Einwohner. Damit liegt der Anteil der Katholiken bei 60 Prozent.

 

Mehr kirchliche Heiraten, weniger Austritte

Im Bistum Würzburg lag die Zahl der Katholiken nach DBK-Angaben zum Jahresende 2012 bei 797.270 (2010: 805.000). Den Sonntagsgottesdienst besuchten durchschnittlich rund 115.000 Katholiken, 14,4 Prozent aller katholischen Gläubigen im Kiliansbistum. Getauft wurden 2012 im Bistum Würzburg 5515 Personen, etwas weniger als im Jahr 2011 mit 5618 Täuflingen. Zur Erstkommunion gingen im vergangenen Jahr 6837 Kinder (2011: 7090), gefirmt wurden 6646 Jugendliche (2011: 7418). Die Zahl der Trauungen hat mit 1781 kirchlichen Eheschließungen leicht zugenommen (2010: 1711). Katholische Bestattungen gab es 9146 (2011: 9128). Aus der Kirche ausgetreten sind im Bistum Würzburg im Jahr 2012 nach DBK-Angaben 3607 Katholiken (2011: 3900). Wiederaufnahmen gab es 158 (2011: 152) und Eintritte 37 (2011: 61).

 

Bistum sucht das Gespräch mit Ausgetretenen

„Zunächst freut mich besonders, dass die Zahl der katholischen Trauungen leicht zugenommen hat“, sagte Generalvikar Dr. Karl Hillenbrand mit Blick auf die statistischen Daten 2012. An den Zahlen der Taufen, Erstkommunionen und Firmungen werde aber sichtbar, welche Veränderungen derzeit in Gange seien. Die Zahl der Austritte sei im Vergleich zu den Vorjahren weiter zurückgegangen. „Damit dürfen wir uns aber nicht zufrieden geben. Wir müssen vielmehr auf den verschiedenen Ebenen unseren Glauben offensiv vertreten.“ Wichtig sei es auch, den von der Kirche Ausgetretenen weiterhin zu signalisieren, dass sie von der Kirche nicht abgeschrieben seien. Aus seinen persönlichen Gesprächen mit Ausgetretenen wisse er, dass hierauf viel Wert gelegt werde. „Deswegen werde ich auch weiterhin mein Gesprächsangebot aufrecht erhalten“, betonte der Generalvikar. Seit 2009 schreibt Hillenbrand alle Ausgetretenen ein Jahr nach ihrer Entscheidung an und lädt zum Gespräch ein. „Der Rücklauf ist zwar gering, aber in einzelnen Gesprächen mit Ausgetretenen konnte ich mit diesen zumindest die Gründe des Austritts erörtern“, sagte er.

Hinweis: Sämtliche Eckdaten des kirchlichen Lebens in den Bistümern Deutschlands finden sich unter www.dbk.de. In den nächsten Wochen erscheint darüber hinaus die Arbeitshilfe „Katholische Kirche in Deutschland. Zahlen und Fakten 2012/2013“ mit umfangreichen statistischen Angaben zum kirchlichen Leben, ehrenamtlichen Engagement sowie kulturellem Einsatz, karitativer Arbeit und finanziellem Engagement

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