Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

7.000 Helfer im lokalen Einsatz – Katastrophenhilfe für Südbayern

Würzburg (ruf) – Umfangreiche Niederschläge ab 29.05.2013 haben die Pegel der Mainzuflüsse deutlich ansteigen lassen. Betroffen waren davon primär die Bereiche in Ober- und vor allem in Mittelfranken. In Unterfranken wurden häufig die Meldestufen 2 oder 3 überschritten; an Gollach und Tauber sogar die Meldestufe 4.

An dem für den Main in Unterfranken maßgeblichen Pegel Trunstadt wurde bereits am 03.06.2013 der Hochwasserscheitel im Bereich von 5,50m (Meldestufe 3=6,00m) erreicht. Der Main hat in Würzburg im Laufe des 05.Juni 2013  die Meldestufe 3 (5,10m) mit 5,19m knapp überschritten. In Schweinfurt und am bayerischen Untermain blieb der Main deutlich unterhalb der Meldestufe 3.

Insgesamt 7.000 Helfer im lokalen Einsatz – hier zum Album.

Vor diesem Hintergrund waren in Unterfranken mit wechselnden Einsatzschwerpunkten über 10 Tage die Kräfte der örtlichen Gefahrenabwehr (Bauhöfe, Feuerwehren, THW, DLRG und Wasserwacht) mit geschätzt insgesamt ca. 7.000 Helfern im lokalen Einsatz.

Wesentlich dramatischer war die Hochwasserlage in vielen anderen Regionen Bayerns (etwa im Bereich der Flüsse Donau und Inn) und in den Bundesländern entlang der Elbe flussabwärts. Hilfeleistungseinheiten aller Organisationen und Behörden auch aus Unterfranken leisteten dort ab 02. Juni 2013 umfangreiche Katastrophenhilfe. Einsatzschwerpunkte waren Deggendorf, Passau, und Rosenheim in Bayern, sowie der Großraum Magdeburg in Sachsen-Anhalt und Grimma in Sachsen. Im Einvernehmen mit den Organisationen und nach Maßgabe der Führungsgruppe Katastrophenschutz im Bayerischen Staatsministerium des Innern koordinierte die Regierung von Unterfranken diese Katastrophenhilfe bezogen auf die unterfränkischen Hilfskräfte. Dabei galt es die optimale Hilfe für die Hilfeersuchenden und den ausreichenden Grundschutz für den heimischen Regierungsbezirk zeitgleich sicherzustellen. Insgesamt waren dabei bislang rund 2.000 Helferinnen und Helfer aus Unterfranken außerhalb Unterfrankens im überregionalen Katastrophenhilfseinsatz:

Die unterfränkischen Einsatzkräfte leisteten dabei in der Regel zwischen drei und fünf Tagen Einsatz in ihren Einsatzgebieten, einige auch länger. Während der akuten Bedrohungsphase galt es zunächst Dämme und Deiche zu sichern und bei Evakuierungen zu helfen. Nach der Hochwasserwelle wurden Schäden beseitigt und Keller ausgepumpt. Außerdem wurde spezielles Fachwissen in den Bereichen Führung/Kommunikation, Wasser- und Bergrettung und der Ölschadensbekämpfung vor Ort zur Verfügung gestellt. Noch immer sind unterfränkische Katastrophenhelfer an Donau und Elbe im Einsatz.

 

Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer dankt den Einsatzkräften für ihr tatkräftiges Engagement und zieht schon jetzt eine positive Helferbilanz: „Die fast ausschließlich ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren, des THW, von BRK, DLRG, MHD, JUH, ASB, der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg und die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr aus Volkach und Hammelburg haben erneut ihre Einsatzfähigkeit bewiesen und dabei über viele Tage hinweg hervorragende Arbeit bei diesem Hochwasser geleistet. Darüber hinaus konnte vielen von extremen Hochwässern und Katastrophen betroffenen Menschen in Bayern und Sachsen bzw. Sachsen-Anhalt schnell und umfangreich solidarisch geholfen werden!“ Zufrieden zeigte sich Dr. Beinhofer auch mit den nach dem Elbehochwasser 2002 neu aufgestellten Strukturen der Katastrophenhilfe: „Die vorgeplanten und aufgestellten Wasserrettungszüge, Betreuungs-Hilfskontingente und Feuerwehr-Hilfeleistungskontingente haben ihre Feuertaufe mit Bravour überstanden. Die Katastrophenhilfe lief strukturiert und reibungslos ab; die Organisation – auch durch die Regierung – klappte hervorragend.“

Für Unterfranken bleibt zudem festzuhalten: Die Hochwasserschutzmaßnahmen der vergangenen Jahre haben sich auch diesmal wieder bewährt.

Hintergrund und Erläuterung

Um bei Katastrophen schnell, effektiv und strukturiert überregional und in anderen Bundesländern oder Nachbarstaaten Hilfe leisten zu können, hat der Freistaat Bayern seit 2009 landesweit zusammen mit den jeweils Verantwortlichen der Feuerwehren und Hilfsorganisationen in Feuerwehrhilfeleistungskontingente, Sanitäts- und Betreuungs-Kontingente und Wasserrettungszüge aufgestellt. In Unterfranken bestehen seitdem auf der Ebene der Kreisverwaltungsbehörden aktuell 38 Feuerwehrhilfeleistungskontingente. Dazu kommen auf Regierungsbezirksebene 1 Sanitäts-, 1 Betreuungs- und 1 Transportkontingent der Hilfsorganistionen (BRK, MHD, JUH und ASB) und 3 Wasserrettungszüge (2 DLRG und 1 Wasserwacht).

Kommen aus Unterfranken mindestens 2 Feuerwehrhilfeleistungskontingente oder 1 Feuerwehrhilfeleistungskontingent zusammen mit 1 Sanitäts- und Betreuungskontingent oder 1 Wasserrettungszug an einem Einsatzort zum Einsatz, obliegt deren Führung der Regierung von Unterfranken. Landesweite oder länderübergreifende Anforderungen von Hilfeleistungskontingenten werden durch das Bayerische Staatsministerium des Innern unter Einschaltung der Bezirksregierungen (höhere Katastrophenschutzbehörde) koordiniert.

Meldestufen:

Erläuterungen der Meldestufen:
Meldestufe 1: Stellenweise kleinere Ausuferungen
Meldestufe 2: Land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet oder leichte Verkehrsbehinderungen auf Hauptverkehrs- und Gemeindestraßen.
Meldestufe 3: Einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet oder Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen oder vereinzelter Einsatz der Wasser- oder Dammwehr erforderlich.
Meldestufe 4: Bebaute Gebiete in größerem Umfang überflutet oder Einsatz der Wasser- oder Dammwehr in großem Umfang erforderlich.

 

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