Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Würzburg

Mängel-Liste Teil 3: Verschimmelte Toiletten

Die baulichen Mängel an der Uni Würzburg – eine scheinbar unendliche Geschichte (wir berichteten: hier Teil 1 der Mängel-Liste, hier Teil 2).  Gemeinsam mit der Fachschaft Phil I und „Würzburg erleben“ wird hierzu am 18. April eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema stattfinden. Wie sehr dieses Thema die Würzburger Öffentlichkeit bewegt, zeigen die vielen Zuschriften, die uns in den vergangenen Tagen und Wochen erreichten. Immer neue Missstände kommen ans Licht, die Zustände scheinen vielerorts katastrophal, wie der nachfolgende Bericht eines Studenten an der Philosophischen Fakultät (Name ist der Redaktion bekannt) zeigt.

Urin, Moder, Antifa-Aufkleber

 

Wer einmal die Toiletten im Philosophischen Institut I am Hubland aufgesucht hat, der wird dies wohl freiwillig kein zweites Mal tun. Es riecht nach Urin, Moder und Chemie. Die Räumlichkeiten sind über und über mit Parolen („Vivat Nordkorea“) beschmiert. An den Wänden kleben halb abgerissene Antifa-Aufkleber. Die Toiletten sind in mehrfacher Hinsicht einzigartig: Aschenbecher an den Kabinentüren zeugen vage vom Alter der Anlage, die vermutlich die letzte an der Universität ist, die noch auf „Pinkelrinnen“ statt auf Pissoirs setzt. Der verkrustete und verschimmelte Abfluss sorgt dafür, dass hier am Ende eines Tages der Urin in den Rinnen steht.

Herabbröckelnder Putz und Löcher im Boden

Drei der Kabinen sind seit einem guten halben Jahr von innen versperrt. Als diese noch geöffnet waren, stieß man dort statt auf Toilettenschüsseln auf Löcher im Boden und freiliegende Rohrleitungen. In Zwischenräumen und auf den Kabinen türmen sich Staub und herabgebröckelter Putz, zusammengehalten scheinbar nur vor jahrealten Spinnweben. Sollte eine Spinne tatsächlich in diesem Milieu überleben können, man möchte ihr lieber nicht begegnen.

Dunkelbraune Schimmelflecken

Nun sind Staub und Spinnweben zwar nicht sehr angenehm für das Auge, eine Gefährdung für die Gesundheit sind sie jedoch wohl nicht. Das gilt allerdings nicht für Schimmel. An der Decke der Toilettenanlage befinden sich kreisrunde „Lüftungen“ – über und über verkrustet mit weiteren Spinnweben und übersät mit dunkelbraunen Schimmelflecken. Während man alle vorher aufgezählten Mängel vielleicht noch als Schönheitsfehler abtun kann, sagt hier der gesunde Menschenverstand: Skandal.

 

Man fragt sich unweigerlich, was Gastdozenten wohl denken, wenn sie nach ihrem Vortrag in einem Hörsaal des Philosophischen Instituts einmal austreten müssen. Vielleicht aber werden sie ohnehin nur in das schicke neue Hörsaalgebäude gegenüber eingeladen und der Anblick in der Phil 1 bleibt den Geisteswissenschaftlern und Lehramtsstudenten vorbehalten.

Denen ist sehr wohl bewusst, dass eine Universität kein Wohlfühlparadies sein muss. Ebenso, dass die (gerade wegfallenden) Studiengebühren nicht für bauliche Verbesserungen verwandt werden dürfen. So oder so, eine Universität, die sich auf ihrer Homepage zu den Geisteswissenschaften als eine ihrer vier Säulen bekennt, sollte jedoch in der Lage sein ihren künftigen Gymnasiallehrern, Geographen und Historikern Toiletten ohne massiven Schimmelbefall anzubieten.

Disclaimer und Aufruf

Dieser „Erlebnisbericht“ reflektiert die Eindrücke eines Studenten an der Philosophischen Fakultät 1 und damit nicht zwangsläufig die Meinung der Redaktion von Würzburg erleben oder der Fachschaft bzw. der StuVe. Dennoch können alle hier beschriebenen Zustände mit Bildern belegt werden.

Ihr studiert oder arbeitet an der Uni Würzburg, kennt ähnliche Fälle und denkt, dass sie veröffentlicht werden sollten? Dann schreibt uns, gerne mit Text und Bild an redaktion@wuerzburgerleben.de Selbstverständlich behandeln wir eure Zuschriften ebenfalls vertraulich.

 

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