Würzburg - Foto: Pascal Höfig
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Achtung! Elektrosmog durch Handys im ÖPNV

Agenda 21 Arbeitskreis Elektrosmog rät zu verantwortungsvollem Umgang mit Mobilfunk

Aus dem Alltag der meisten und vor allem jüngeren Menschen sind Handys, Smartphones und alle anderen mobilen Endgeräte  sowie die drahtlosen Technologien wie z. B. WLAN nicht mehr wegzudenken. Die internationale Krebsforschungsagenur der World Health Organization (WHO)  stuft die Mobilfunkstrahlung als potentiell krebserregend ein. Die von den Mobilfunkbetreibern unabhängige Wissenschaft warnt schon seit Jahren vor extrem zunehmender Strahlung. Außerdem hält das Bundesamt für Strahlenschutz eine Vorsorge gegen „Exposition durch elektromagnetische Felder“ erforderlich. Die Grenzwerte in Deutschland sind um ein Vielfaches höher als in den europäischen Nachbarländern. Selbst China legt einen geringeren Grenzwert fest.

Der Würzburger Arbeitskreis „Elektrosmog“ (AK E-smog) warnt deshalb in der Vorweihnachtszeit, weil damit gerechnet wird, dass wieder viele Handys und Smartphones unter dem Weihnachtsbaum liegen werden.

Kindern und Jugendliche seien besonders gefährdet. Daher solle man beim Kauf eines neuen Gerätes auf die Strahlenwerte achten – sofern vom Anbieter angeben.Die sogenannte Spezifische Absorbationsrate (SAR-Wert ) sollte so gering wie möglich ausfallen. Einige strahlungsarme Handys können durch die Auszeichung „Blauer Engel“ erkannt werden.

Von der Nutzung der Handys und Smartphones, DECT-Telefone sowie WLAN solle man vor allem im Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln absehen. Dort sei die Leistung der mobilen Endgeräte aufgrund der Abschirmung besonders hoch und strahlenintensiv (faradayschen Käfig).

Doch wer möchte seine Nutzung einschränken? Gibt es nicht technische Mittel, um die Strahlung zu reduzieren?

Würzburg erleben fragte darauf hin bei einem lokalen Experten für Funktechnik nach:

Die Sammlung von Fakten sei fachlich völlig korrekt, aber grundsätzlich nichts Neues. Eine Absenkung der Grenzwerte sei absolut zu begrüßen, bedeute aber zugleich, dass das Netz viel dichter ausgebaut werden müsste. Die Folge wären allerdings deutlich mehr Antennen – überall. Das würde dann sowohl die Strahlungsleistung der Basisstationen als auch der Handys extrem begrenzen.

Wie kann man sich das vorstellen?

Die meisten Eltern fordern eine möglichst große Entfernung zur nächsten strahlenden Basisstation. Stelle man sich nun 20 auf lautlos gestellte Smartphones in einem Klassenzimmer vor, bedeutet das aufgrund der entfernten Antenne unter Umständen 20 Mal maximale Sendeleistung und damit eine große Strahlungsbelastung durch die Handys in einem Raum. Die Strahlungsbilanz im Klassenzimmer ist damit katastrophal – hier möchte man nicht im Raum sein!

Eine weitaus geringere Strahlungsbilanz hätte hingegen eine Basisstation in unmittelbarer Umgebung. Hier bekommt man zwar auch eine anteilige Strahlung von der näher liegenden Sendestation ab, aber auch nur die deutliche reduzierte Strahlungsleistung der 20 Smartphones im Klassenzimmer  – hier hält man sich lieber im Raum auf.

Der Ericsson Mobility Report aus dem 3. Quartal 2012 besagt übrigens, dass mittlerweile 40 % alle gekauften Handys Smartphones sind. Das übertragene Datenvolumen hat sich im Verlauf des letzten Jahres verdoppelt. Bis 2018 werde das Wachstum auch weiterhin um 50 % jährlich anhalten.

Offensichtlich ist nicht damit zu rechnen, dass die Mobilfunknutzer ihr Verhalten ändern. Bleibt zu hoffen, dass sich die Technik und Technologien in eine Richtung mit weniger Strahlenbelastung entwickelt.

Nähere Auskunft zur Handynutzung, zum Recycling und zur Agenda 21 des AK E-smog erteilt die Umweltstation der Stadt Würzburg, Zeller Str. 44, 97082 Würzburg.

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